zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 10:13 Uhr

Technische Panne : Ärger in der Bücherei

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verspätete Rückgabe-Erinnerungen per E-Mail irritieren Leser und auch die Mitarbeiter der Stadtbibliothek.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Kritische Datenlage bei der Stadtbücherei – oder nur temporärer Ausfall einer einzelnen EDV-Funktion? Zahlreiche Bibliotheksnutzer haben dieser Tage eine Mail von der Bücherei bekommen, mit der sie auf das Ende ihrer Leihfrist aufmerksam gemacht wurden. Diese wies jedoch überholte Daten auf. Ein Blick aufs eigene „Konto“ dürfte manchen Leser, der sich auf diese automatische Rückgabe-Erinnerung verlassen hat, über ein unerwartetes „Versäumnisentgelt“ erstaunt haben. Oder aber verärgert: Vor und nach dem vergangenen Wochenende fragten sie telefonisch oder direkt in der Bibliothek nach dem Grund dieser offenbar verspäteten Mail. Einige Flensburger entgleisten dabei den Mitarbeitern gegenüber verbal – völlig unbegründet und diese persönlich sehr belastend.

„Unser ‚Info-Service’ informiert die Leser auf Wunsch über das anstehende Ende ihrer Leihfrist mit einer Mail. Diese Komfortfunktion, die nur sehr wenige öffentliche Büchereien anbieten, gibt es bei uns seit 2009“, erläutert Bibliotheksleiterin Ute Kaminski. Und seitdem habe sie fehlerfrei funktioniert.

Warum jetzt erstmals eine Fehlfunktion auftreten konnte, erklärt en detail Dr. Marcus Ott, IT-Leiter der Stadt. „Anders als in der Industrie gibt es für Kommunalverwaltungen keine Software, die ‚alle’ Funktionen zentral organisiert.“ Spezialsoftware steuere in sogenannten Fachverfahren (150 Varianten werden im Rechenzentrum eingesetzt) einzelne Aufgabenfelder, beispielsweise für die Erhebung der Hundesteuer – oder eben die Ausleihvorgänge der Stadtbibliothek. Damit wurden die Nachrichten Anfang Oktober auch korrekt generiert, jedoch gab es bei der Datenübergabe an der Schnittstelle zum zentralen Mailserver technische Probleme, die zum verzögerten Versand führten. „Ein zugegeben ärgerlicher Fehler, der aber behoben wurde“, sagt Dr. Ott. Typisch für solch kleinere EDV-Probleme sei, dass sie erst beim erstmaligen Auftreten identifiziert werden und danach ins System-Monitoring rücken können, wo sie jetzt überwacht werden.

Und die Versäumnisentgelte? „Wie alle öffentlichen Büchereien sieht unsere Benutzungsordnung eine Gebühr für verspätet zurückgegebene Medien vor. Die müssen wir auch im Interesse aller Leser erheben“, so Ute Kaminski. Sie berechne sich ausleihebezogen pro Woche und sei mit 3,20 Euro pauschal für alle Medien für die erste Überziehungswoche „familienfreundlich-human – andere Büchereien schlagen da viel härter zu“. Außerdem gelte die eigene Sorgfaltspflicht anhand des verbindlichen Fristzettels, den sich jeder Leser beim Verbuchen der Medien selbst ausdrucken könne. Rechtlich seien die aufgelaufenen Mahngebühren dadurch abgesichert.

Froh ist die Bibliotheksleiterin über die verständnisvolle Reaktion der Mehrzahl der betroffenen Leser. Für noch mehr Flexibilität bei der Rückgabe entliehener Medien hat die Stadtbibliothek in der Flensburg Galerie vor kurzem einen gesicherten Rückgabekasten vor dem Eingang aufgestellt, der täglich geleert wird: Dort können außerhalb der Öffnungszeiten Bücher und CDs/DVDs eingeworfen werden – auch um Rückgabefristen rechtzeitig und kostensparend einzuhalten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen