Kontrollen und Bußgeld : Ärger auf dem Penny-Parkplatz

„Herzlich willkommen!“ Die großen und markanten Schilder auf dem Parkplatz an der Tilsiter Straße sind kaum zu übersehen.
„Herzlich willkommen!“ Die großen und markanten Schilder auf dem Parkplatz an der Tilsiter Straße sind kaum zu übersehen.

„Anwohnerparken“ vor dem Supermarkt: Bewirtschafter wehrt sich mit scharfen Kontrollen und Bußgeld

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01. August 2018, 06:01 Uhr

Der Discounter ist leer – der Parkplatz voll. Klarer Fall von Anwohnerparken. Leider auf dem falschen Platz. Denn das langfristige Abstellen von Autos vor dem Supermarkt ist weder gern gesehen noch erlaubt.

Das Phänomen ist bekannt – und die Betreiber versuchen mit verschiedensten Mitteln gegenzusteuern. Das reicht von drakonischen Maßnahmen wie dem Einsatz von Parkkrallen über eindringliche Abschlepp-Warnungen bis hin zu einer nachvollziehbaren Regelung über die Parkscheibe.

Wie etwa beim Penny-Markt an der Tilsiter Straße. Ein gutes Dutzend Schilder, zum Teil großformatig, weist dort unter detaillierter Ausführung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf die Modalitäten der Betreiberfirma „Park & Control“ hin.

Nach einem freundlichen „Herzlich willkommen“ folgt schon der Hinweis auf ein privates Gelände: Parken nur mit Parkscheibe, maximal eine Stunde. „Bei einem Parkverstoß, einem Falschparken oder behinderndem Parken fällt ein Bußgeld an. Das widerrechtlich abgestellt Fahrzeug wird kostenpflichtig abgeschleppt.“

Das ist keine leere Drohung. Kunden klagen über penetrante Kontrollen mit teuren Folgen. „Ich hatte es eilig, war nur fünf Minuten im Markt, um eine Kleinigkeit zu besorgen, schon hatte ich ein Bußgeld von 30 Euro am Hals“, klagt ein Flensburger. „Das ist Abzocke.“ Er will die Schilder genauso übersehen haben wie Francisco Lorenzen, der an der Elbestraße wohnt. „Ist mir noch nie aufgefallen“, meint er ganz perplex. Andere Kunden mit einem Bußgeldbescheid unterm Wischerblatt sollen äußerst erbost reagiert haben. „Es gab sogar Drohungen, dass man unter diesen Bedingungen den Einkauf rückgängig machen wolle“, sagt ein Zeuge.

Andere wie Dennis Dibbern aus der Mürwiker Straße haben die Bestimmungen völlig missverstanden. Er sei, versichert er, davon ausgegangen, dass man bis zu 60 Minuten frei parken könne – und erst danach zur Parkscheibe greifen müsse. Jetzt weiß er es besser.

Bei einer kleinen Stichprobe wurde die überwiegende Zahl der Autos (gestern Nachmittag fast 70 Prozent) ohne Parkscheibe auf dem Armaturenbrett gesichtet. Ein Stammkunde, der um die Ecke wohnt, geht dageben auf Nummer sicher. „Besser als zahlen zu müssen“, sagt er lachend und leert seinen Einkaufswagen.

Zeigen die Kontrollen Wirkung? „Die Parkplätze unseres Marktes wurden vielfach von Fremdparkern und Nichtkunden belegt“, bestätigte Penny-Pressesprecherin Bettina Constabel. Um dem entgegenzuwirken, sei durch den Vermieter der Fläche die Firma Park & Control für die Bewachung beauftragt worden. Der Discounter ziehe daraus weder finanzielle noch andere Vorteile.

„Grundsätzlich liegt es im Interesse unserer Kunden, stets ausreichend Parkflächen zur Verfügung zu haben, so dass sie ihre Einkäufe schnell und bequem erledigen können.“ Dabei gehe es um die Bedürfnisse älterer Mitbürger, gehbehinderter Menschen oder von Familien mit Kindern wie auch generell Kunden, die mit dem Auto zum Einkauf unterwegs sind. Bei Konflikten würden sich Mitarbeiter vor Ort hilfsbereit zeigen, um die Kunden zufriedenzustellen. Bei Park & Control war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

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