Flensburg und Landesteil Schleswig : ADS-Grenzfriedensbund wieder auf Wachstumskurs

Im Marienkirchhof in Flensburg: Gesa Görrissen (links) und Michaela Oesser.
Im Marienkirchhof in Flensburg: Gesa Görrissen (links) und Michaela Oesser.

Organisation meldet im Landesteil mehr Mitarbeiter, mehr Kitas und zahlreiche Neuerungen

shz.de von
18. Juni 2018, 14:42 Uhr

Der ADS-Grenzfriedensbund ist stark auf Wachstumskurs. Das wurde jetzt auf der Mitgliederversammlung in Flensburg deutlich. Der Verein zählte im gesamten Landesteil Schleswig im vergangenen Jahr 556 Mitarbeiter – 44 mehr als im Jahr davor. Und jetzt, kurz vor der Jahresmitte bei der Vorlage des Geschäftsberichts, sei die Zahl der Beschäftigten bereits um 24 weitere auf 580 gewachsen. Das berichteten Geschäftsführerin Michaela Oesser und ihre Stellvertreterin Gesa Görrissen der Presse. „Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden beiden Jahren 50 neue Mitarbeiter einstellen werden.“

Wachstumstreiber sind aktuell die Kindergärten und Krippengruppen. Anfang des Monats hat der ADS-Grenzfriedensbund im „Mürwiker Garten“ am Flensburger Schottweg seine jüngste Kita eröffnet – mit zwei Regelgruppen mit je 20 Kindern und einer zehnköpfigen Krippengruppe. Auch in Bredstedt soll eine neue Kita eröffnet werden.

„Der demografische Wandel ist nicht so eingetreten wie vorhergesagt“, berichten Oesser und Görrissen. Konsequenz: „Wir werden zwei Drittel der Standorte erweitern.“ Zum Jahreswechsel zählte die Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig (ADS) in 34 Kitas an 19 Standorten 1812 Kita- und Krippenkinder. Allein in Flensburg gibt es sechs ADS-Kindergärten zwischen Süderlücke am Twedter Plack und der Kita Schulgasse in der Neustadt, wo rund zwei Drittel der Kinder einen ausländischen Hintergrund haben. Die kleinste Kita in Engelsby zählt 18 Kinder, die größte in Satrup 220.

Probleme beim Gewinnen neuer Mitarbeiter habe man kaum, der ADS-Grenzfriedensbund werde als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen, unter anderen durch die Weiterbildungen, die im Haus der Familie organisiert werden, oder durch die neue Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse im betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Auch mit seinen fünf Schullandheimen an Nord- und Ostsee berichtet der Verein von Steigerungen. Nach der Trennung von einem Heim außerhalb des Kerngebietes (Landesteil Schleswig) sei die Belegung der Betten der fünf Häuser zwischen Sylt und Glücksburg so gewachsen, dass man die Gesamtzahl von 100 000 Übernachtungstagen erreicht habe: „Das hatten wir vorher mit sechs Häusern“, sagt Oesser. 800 Betten zählen die Einrichtungen: „Wir versuchen die Schullandheime auch inhaltlich zu modernisieren.“ Themen seien Küstenschutz, Klima, Wattenmeer oder Wasserqualität und Bewegung.

Geschäftsführerin Oesser berichtet von einem regen Austausch mit dem Knivsberg und den Einrichtungen nördlich der Grenze: „Da bereiten wir uns auf das Jubiläum 2020 vor.“

Neu ist beim ADS auch eine Koordinatorin für Regional- und Minderheitensprachen – sie spreche und schreibe Dänisch, Friesisch und Plattdeutsch, komme frisch von der Uni und habe viele Ideen.

Bei 23,8 Millionen Euro Umsatz schließt der Verein das Geschäftsjahr mit einer guten schwarzen Null ab: Rund 10 000 Euro beträgt der Überschuss.

Und noch eine technische Neuerung soll nach den Ferien in Flensburger Kitas flächendeckend eingeführt werden: Die sogenannte „Famly-App“ soll das digitale Ein- und Ausloggen aus den Kitas mittels eines iPad im Eingangsbereich ermöglichen. Der Test in zwei Kitas sei erfolgreich gewesen, berichtet Gesa Görrissen: „Das verbessert die Kommunikation, ohne den menschlichen Kontakt zu verlieren“, sagt sie und ergänzt: „Gespräche zwischen Tür und Angel gibt es trotzdem noch.“

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