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Flensburger Tageblatt

19. September 2017 | 15:45 Uhr

Adelbylund wird Oase der Ruhe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vollsperrung: Stadtwerke beginnen aufwändige Sanierung der Fernwärmeleitung nach neuem System / Dauerbaustelle Westumgehung

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2016 | 16:14 Uhr

Die Straße Adelbylund, eine der dicht befahrenen Flensburger Ein- und Ausfallstraßen, wird am Montag schlagartig zur Ruhe-Oase. Dann werden die Autofahrer ausgesperrt – dann gehört die Straße den Bauarbeitern. Bis Ende August, wieder einmal für lange Zeit, nachdem die letzte Dauersperrung drei Jahre zurück liegt.

Den Autofahrern wird ab Montag die Umleitung über Nordstraße oder Munketoft empfohlen. Die Stadtbuslinie 13 wie die regionalen Buslinien 1601 - 1604 werden zwischen Zob und Osttangente über Hafermarkt – Sandberg – Campus FH – Osttangente umgeleitet. Diese Haltestellen können von den betroffenen Buslinien nicht erreicht werden: Kantstraße, Sünderuper Weg, Mühlendamm, Munketoft und Deutsches Haus. Die Linien 1, 4 und 5 fahren jedoch planmäßig und steuern die Haltestellen Mühlendamm, Munketoft und Deutsches Haus wie gewohnt an.

Im Abschnitt von Preesterbarg bis zur Kreuzung mit der Osttangente erneuern die Stadtwerke ab Montag die Fernwärmeleitung. Eigentlich ist die Baustelle nur gut 200 Meter lang, aber sie hat es in sich. Die Stadtwerke sprechen von einer Komplettsanierung, bei der ein anderes, moderneres Leitungssystem zum Einsatz kommt.

Die Verlegung von Fernwärmerohren aus Stahl im Betonkanal wird bei den Stadtwerken von einer neuen Methode abgelöst. Verlegt werden jetzt Kunststoffmantelrohre, die – ohne Kanal – ihren Platz direkt in der Erde finden. Pressesprecher Peer Holdensen nennt die Vorteile: Die Rohre halten bis zu 50 Prozent länger als die Stahlrohre im Betonkanal und die Verlegung ist einfacher und damit kostengünstiger.

Trotzdem ist ein gewisser Aufwand notwendig. Holdensen: „Dazu müssen wir die Straße in ganzer Länge komplett aufgraben, die alte Leitung Stück für Stück entfernen, den Graben für die neue Leitung vorbereiten, diese stückweise verlegen, die einzelnen Stücke schweißen, Dichtigkeitsprüfungen ausführen, eventuell Nacharbeiten vornehmen, den Graben wieder schließen und eine neue Asphaltdecke aufbringen.“

Der Pressesprecher der Stadtwerke betont: „Dies ist nur eine grobe Übersicht der notwendigen Tätigkeiten, auf deren Basis wir die Erneuerungsdauer kalkuliert haben. Natürlich werden wir versuchen, die Arbeiten so schnell wie möglich zu erledigen, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.“

Aber erst vor drei Jahren war die Straße Adelbylund knapp acht Monate lang für den Autoverkehr gesperrt – damals auch wegen Arbeiten an der Fernwärme. Warum jetzt schon wieder?

Damals konzentrierten sich die Arbeiten auf den oberen Abschnitt Adelbylund. Im Oktober 2013 war er fertig. Damals verzichteten die Stadtwerke darauf, den Abschnitt ab Preesterbarg gleich mit zu sanieren. Denn die Leitung zeigte damals noch keine Ausfallerscheinungen, und die Arbeiten hätten bis in den Winter gedauert. Kunden im Winter ohne Wärme – geht gar nicht.

Erste Aufgrabungen im letzten Abschnitt der Straße hätten jetzt gezeigt, dass die Sanierung an der alten Leitung nun doch fällig wurde. Je nach Rohrsystem und Belastung gehen die Stadtwerke von 40 Jahren Lebensdauer für eine Fernwärmeleitung aus – und die sind jetzt abgelaufen.

Mit einem Phänomen, das das Unternehmen bei der ersten Sanierung erlebte, rechnen die Stadtwerke jetzt nicht: Damals zeigte sich bei den Grabungsarbeiten, dass auch die Leitungen für Wasser und Strom eine Investition brauchten. Daraufhin dauerten 2013 die Bauarbeiten noch mehrere Wochen länger. Peer Holdensen: Die Wasserleitungen würden jetzt nicht erneuert, da sie mit einem Alter von rund 40 Jahren für diese Leitungsart noch relativ neu sind. Sie halten deutlich länger als Fernwärmeleitungen.

Noch eine Dauerbaustelle behindert die Autofahrer ab Montag. Auf der Westumgehung werden bis Ende September die Mittel-Leitplanken getauscht. Der Landesbetrieb für Verkehr teilt die Baustelle in drei Abschnitte. Gleichzeitig werden Entwässerungsanlagen erneuert. Während der Arbeiten werden die Überholfahrstreifen gesperrt. Es gilt Tempo 60.

 


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