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Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg : „Absurde Kumpanei“ mit Autoindustrie: Martin Schulz will KBA Aufgaben entziehen

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Im Zuge des Abgas-Skandals gerät auch das KBA in Flensburg immer weiter unter Druck. Der Vorwurf: eine „absurde Kumpanei“ mit der Autoindustrie.

Berlin/Flensburg | SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will dem in der Diesel-Affäre in die Kritik geratenen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) Aufgaben entziehen. Wie auch Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) fordert Schulz, die Zuständigkeiten für Auto-Typgenehmigungen und Kontrollen zu trennen - bisher liegen beide bei der Flensburger Behörde, die dem Bundesverkehrsministerium von Alexander Dobrindt (CSU) untersteht. „Die Kontrolle der Autoindustrie muss grundsätzlich neu strukturiert werden“, sagte Schulz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Montag. Zwischen KBA und Autoindustrie herrsche eine „absurde Kumpanei“.

Hendricks hatte ihr Umweltministerium oder das Verbraucherschutzministerium dafür ins Gespräch gebracht, die Einhaltung von Abgasnormen zu kontrollieren. Schulz nannte es „unerträglich“, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) „tatenlos“ zuschaue.

Die „Bild“-Zeitung zitierte am Montag aus Mails zwischen Mitarbeitern von KBA, Verkehrsministerium und Vertretern der Autohersteller, die eine gegenseitige Abstimmung unter anderem für den Abschlussbericht der Abgas-Kommission belegen. Dabei geht es auch um das Herunterregeln der Abgasreinigung, sogenannte Abschalteinrichtungen. Die Mails waren bereits im vergangenen Jahr bekannt geworden.

„Dobrindt muss öffentlich darstellen, was er, sein Ministerium und das Kraftfahrt-Bundesamt wussten“, forderte Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD). Das Verkehrsministerium widerspricht der Darstellung, der Bericht sei „entschärft“ worden.

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erstellt am 31.Jul.2017 | 15:41 Uhr

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