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Flensburger Tageblatt

24. November 2017 | 08:17 Uhr

DLRG in Flensburg : Abrissparty in Fahrensodde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

DLRG hofft auf baldigen Baubeginn und schnelle Arbeiten im bomben-verdächtigen Untergrund / Ziel ist Einzug zum Saisonstart

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 06:28 Uhr

Noch steht die Halle – aber nicht mehr lange. Auf dem Grundstück Fahrensodde 20 war die DLRG Flensburg gestern Nachmittag Gastgeberin für ein Abrissfest mit Kaffee und Kuchen, Sekt und Fruchtsaft. Neben der alten Eternithalle wird auch das heruntergekommene Pförtnerhaus gleich rechts neben der Einfahrt abgerissen. Jetzt hoffen die Lebensretter auf einen milden Winter, damit sie den Neubau zum Start der nächsten Wassersport-Saison eröffnen können.

„Keine Sorge – wir kommen wieder“ steht in bunter Schrift auf weißer Wand, rundherum die Namen der Besucher, darunter viele DLRG-Mitglieder. Es war ein langer Weg bis zum Abrissbeginn, und man sah den Akteuren und ihren Gästen die Erleichterung an. „Das ist ein Meilenstein für die DLRG Flensburg“, stellte deren Vorsitzender Torsten Brocks fest. „Es hat viel Schweiß gekostet“, ergänzte Arne Rüstemeier, der für die CDU Flensburg das Wort ergriff. Es sei für eine „klamme Stadt“ wie Flensburg nicht leicht, selbst für dringend notwendige Bauprojekte Geld locker zu machen. 750 000 Euro hat die DLRG für das Gesamtprojekt eingeplant, davon zahlt die Stadt ein Drittel. „150 000 Euro müssen wir noch finanzieren“, mahnt Brocks – und erinnert an das Spendenkonto. Das Grundstück übernimmt der Verein in langfristiger Erbpacht von der Stadt.

Außer auf gutes Wetter hoffen die Bauherren auf wenig Überraschungen im Untergrund. Denn nach dem Abriss und der teuren Entsorgung der Asbestplatten kommt der Kampfmittelräumdienst und buddelt nach Bomben. „Das ist eine Verdachtsfläche“, sagt Architekt Horst Müller. Schließlich war Fahrensodde 20 mal Militärgelände. Sodann werde sich die Stadt die Entwässerung anschauen, sanieren und für die neuen Bedürfnisse anpassen, so Müller. Er rechne mit einem Baubeginn Anfang des Jahres und Fertigstellung der Neubauten zum Saisonstart, vielleicht im Mai.

Geplant ist eine Industriehalle für die Einsatzfahrzeuge; das Tor liegt direkt an der Straße, so dass die Gespanne – Sprinter und Trailer mit Boot – schnell zu ihren Einsatzorten starten können. Das zweigeschossige Backsteingebäude daneben ist für Sozial- und Sanitärräume, für Unterricht, die Jugendabteilung und vor allem für die neuen Unterkünfte vorgesehen. Die alten entsprachen nicht mehr dem heutigen Standard. Dort habe man mehr „gehaust als gewohnt“, berichtete ein Vertreter der DLRG Kiel, die vor allem bei Segelwettbewerben in Flensburg zu Gast ist und hier hilft. Geplant ist außerdem eine Dachterrasse.

Böse Worte in Richtung Flensburger Rathaus gab es nicht, obwohl lange um das Grundstück und die Finanzierung gerungen wurde und man nicht immer glücklich war mit den Entscheidungen der Stadt. „Gut, dass jetzt in Fahrensodde endlich mal etwas passiert“, sagte SPD-Vorsitzender Florian Matz. Gehofft wird auf weitere Entwicklungen in der Nachbarschaft.

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