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Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 00:02 Uhr

Exkursion : Abenteuer auf zwei Rädern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

ADFC legt den Finger in die Wunde: schlechte Wegführung, schlechte Ampelschaltung, fehlende Abstellanlagen – aber auch Lob

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2013 | 07:00 Uhr

Noch ist es eine Vision, wenn nicht ein frommer Wunsch: Mit dem Fahrrad auf dem Bahndamm von der Husumer Straße bis zur Hafenspitze. Gestern schoben zwei ADFC-Vertreter, Klimapakt-Vorsitzender Henning Brüggemann und Fahrradbeauftragte Alexandra Schütte ihre Räder ein paar Meter den Bahndamm hinauf – quasi um ihren Wunsch zu untermauern.

„Ein Radweg auf dem Bahndamm könnte in eine Schnellroute an der Schiffbrücke münden“, sagte ADFC-Vertreter Jens Thiesen bei einer Befahrung kritischer Punkte in der Innenstadt. Dazu müsste allerdings zunächst der langfristige Plan der Stadt, die Parkflächen an der Schiffbrücke aufzulösen, umgesetzt werden.

Doch es ging bei der kleinen Fahrradexkursion nicht in erster Linie um Visionen, sondern um Gefahrenpunkte, um Beeinträchtigungen des fließenden Fahrradverkehrs, um Umwege und lange Wartezeiten. Thiesen sprach sich dafür aus, wo immer es geht die Verkehrs zu entmischen, also Fuß- und Radweg zu trennen – nicht zuletzt, um dem Radfahrer ein schnelles Vorankommen zu ermöglichen. Wo dies aus Platzgründen nicht möglich ist, komme es auf gegenseitige Rücksichtnahme an.

An der Schiffbrücke verleitet die Wegeführung den nach Norden fahrenden Radler dazu, den offiziellen Weg zu verlassen und quer über die Busspur den kurzen Weg zum Radweg an der Werftstraße zu nehmen. Eine eindeutige Wegweisung könnte Abhilfe schaffen. „Radfahrer suchen wie Fußgänger immer den kürzesten Weg“, entschuldigte Thiesen das Verhalten vieler Fahrer.

Ein Dauerärgernis sind die Ampelschaltungen in der Stadt. 1.15 Minuten muss man auf Grün warten, um die Schiffbrücke zu überqueren. „Ganz schlecht, wenn man nicht gerade was zu lesen dabei hat“, so Thiesen. Bei Hansen’s Brauerei fragt er sich, warum an der Schiffbrücke in Fahrtrichtung Süden die Grünphase für Radfahrer 13 bis 14 Sekunden kürzer ist als für Autos. Ein paar Meter weiter geht es auch anders: An der Speicherlinie sind die Grünphasen in etwa synchron, lobt der ADFC-Mann.

Spontan stoppt die Exkursion an dem völlig unübersichtlichen Knoten am UCI-Kino, wo nicht in allen Richtungen die Vorfahrt klar ist und Fußgänger den Bereich für eine Fußgängerzone halten. An der Ampel zu den Süderhofenden stehen Radfahrer sich die Reifen platt, weil sie erst dann Grün bekommen, wenn auch ein Auto den gleichen Weg hat.

Seit Jahren schlecht gelöst ist die wichtige Wegeverbindung von der Innenstadt zum Bahnhof. Mutig stürzt sich die Exkursion in den motorosierten Verkehrsstrom von der Dr. Todsen-Straße nasch rechts und gleich wieder nach links in die Bahnhofstraße – korrekt, aber nicht jedermanns Sache. Langsame Alternative: Mit den Fußgängern zum Deutschen Haus rüberschieben und auf dem Gehweg zur Bahnhofstraße.

„Ich habe gesehen, wo wir als Stadt besser werden müssen“, sagte Bürgermeister Brüggemann am Ende und regte eine Wiederholung einer derartigen Tour an. Es sei gut, die „Augen zu öffnen für dich Expertensicht.“ Doch auch er selbst werde als Radfahrer künftigt mehr auf kritische Punkte achten.

 

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