Sportanlage für Downhill : Engagierte Jugendliche bauen Bikepark in Gelting

Avatar_shz von 05. März 2021, 12:17 Uhr

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Das Projekt von Jan, Justus und Rasmus: Mit Schwung geht es vom Turm über die Abfahrtsrampe hoch hinaus über die Hügel.
Das Projekt von Jan, Justus und Rasmus: Mit Schwung geht es vom Turm über die Abfahrtsrampe hoch hinaus über die Hügel.

Auf Initiative von Jan Hübner, Justus Maack und Rasmus Otzen ist in Gelting eine neue Sportanlage entstanden.

Gelting | Mit „Moin Männer“ in die Runde grüßend gesellt sich Bürgermeister Boris Kratz am Rande des Sportplatzes zum jugendlichen Biker-Trio. Hinzu kommt wenig später Marco Witt, Vorsitzender des kommunalen Ausschusses für Sport, Soziales und Birkhalle. Aufmerksam beobachten sie, wie der 13-jährige Rasmus Otzen, der gleichaltrige Jan Hübner und der ein Jahr ältere Justus Maack vom Sprungturm aus über die Rampe Fahrt aufnehmen und mit ihren Rädern über die Hügel springen – für sie ist „downhill“ angesagt. Fasziniert verfolgen die Kommunalpolitiker die Aktivitäten der drei Jungs und sind begeistert. Kratz und Witt sparen nicht mit Lob und Anerkennung für das Sprung-Geschick, verbunden mit allerlei Tricks der Jugendlichen. Alle drei sind Geltinger und besuchen das Gymnasium in Kappeln. Doch nicht nur das ist ihnen gemeinsam, sondern auch der Spaß in ihrem „Bikepark Airhit“. Eigeninitiative zahlt sich aus „Downhill“, das ist für Rasmus, Justus und Jan ein Sport, dem sie leidenschaftlich frönen. Leider, so sagen sie, gab es bis vor kurzem in der Gemeinde dazu keine Möglichkeit. Also schritten sie zur Tat, wurden beim Bürgermeister vorstellig und unterbreiteten ihm ihr Anliegen. Der war angetan und setzte alle Hebel in Bewegung, um eine Mountainbike-Strecke zu realisieren. „Wir hatten von Anfang an ein offenes Ohr bei Boris Kratz“, sind die drei Jugendlichen dankbar. Alles begann während der Herbstferien des vergangenen Jahres. Seitdem wurde gebuddelt und gebaut, wobei die Jungs nicht nur von ihren Eltern, sondern auch vom Bauhof der Gemeinde tatkräftig unterstützt wurden. Auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern – eine Erweiterung ist möglich – entstand der Bikepark. Ganz fertig ist alles noch nicht, aber das Runtersausen auf der Rampe des hölzernen Sprungturms – der TÜV hatte keine Bedenken und stimmte zu – ist längst zu einer lieb gewordenen Beschäftigung geworden: mit speziellen Fahrrädern, die über eine Hinterrad-Federung verfügen. Related content Neues Leben für die „tote Ecke“ Nach der Devise, dass Gelting zusammen mit Jugendlichen Platz für die Jugend schafft, ist die Anlage entstanden. War der Rand des Sportplatzes bis dato eine „tote Ecke“, so ist hier inzwischen Leben eingekehrt. Damit dürfte der Sportplatz, der in absehbarer Zeit eine neue Rundlaufbahn erhält, noch mehr in den Blickpunkt sportlichen Geschehens rücken – so, wie es der Ortskernentwicklungsplan vorsieht. Das jedenfalls wünschen sich der Bürgermeister, der Ausschussvorsitzende und natürlich die Jugendlichen, die sehr genau darauf achten, dass während der Corona-Pandemie alle geltenden Vorschriften eingehalten werden. Und dazu gehört, Abstand zu einander zu halten. „Downhill“ bedeutet für die Jugendlichen, den Kopf frei zu bekommen von dem, was derzeit Alltag ist und auch sie belastet. Das alles weiß der Bürgermeister und sagt, dass er sich auf die Jugendlichen in jeder Beziehung verlassen kann. Er lässt ihnen freie Hand und ist zuversichtlich, dass der „Bikepark Airhit“ weitere Sponsoren finden wird. „Airthit“ – das hat sich in der Gemeinde Gelting herumgesprochen und inzwischen viele Freunde gefunden. Zerstörungen durch Unbekannte Anfangs, so erzählen Justus, Jan und Rasmus, gab es Rückschläge – es wurde von Unbekannten viel zerstört. Doch nachdem offizielle Schilder aufgestellt worden sind, wurde alles besser. Seitens der Gemeinde wurde auch Arbeitsmaterial wie Lehm und ein Zaun zur Verfügung gestellt. Da konnte es richtig losgehen: „Wir haben mit dem Lehm – Erde vom Baugebiet „op de Barg“ - einen Pumptrack sowie Hügel für Sprünge gebaut.“ Die Zäune wurden mit Hilfe der Eltern aufgestellt. Derzeit wird der Bikepark von rund 40 Kindern und Jugendlichen genutzt, ist zu einem Treffpunkt geworden. Ohne Regeln geht es nicht und auf diese wird mit einem Schild, aufgestellt von der Gemeinde, hingewiesen. Verboten sind auf dem Bike-Gelände Hunde, Rauchen und Alkohol. Für das gesamte Gelände gilt eine Helmpflicht. Einzuhalten ist eine Mittagsruhe von 12 bis 14 Uhr und ab 21 Uhr Nachtruhe. Zu den weiteren Regeln gehörten unter anderem: Benutzung auf eigene Gefahr, Benutzung des Parcoursgelände nur mit dafür geeigneten Fahrrädern. Bei Nässe und schlechtem Wetter darf der Parcours nicht befahren oder betreten werden, beim Fahren ist gegenseitig Rücksicht zu nehmen. Alles das wird beherzigt und da macht das Springen mit Rädern nicht nur Spaß, sondern ist für alle ein sportliches Erlebnis. ...

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