Flensburg : Der Fahrradsommer wird sichtbar in der Stadt

Künstler Lasse Makrickas (hier neben Oberbürgermeisterin Simone Lange) hat die graue Betonwand vor dem Rathaus in Flensburg mit Fahrrad-Motiven verziert.
Künstler Lasse Makrickas (hier neben Oberbürgermeisterin Simone Lange) hat die graue Betonwand vor dem Rathaus in Flensburg mit Fahrrad-Motiven verziert.

Ein Mauerbild am Rathaus, eine Licht-Projektion auf dem KBA – mit zahlreichen Aktionen wird in diesem Sommer für das Radfahren in Flensburg geworben.

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09. Juli 2021, 14:08 Uhr

Flensburg | Eine Woche lang hat Lasse Makrickas gemalt. Jetzt ist die graue Mauer am Pferdewasser vor dem Rathaus bunt. Im Stile alter Werbeplakate hat der Künstler das Thema Fahrradsommer verewigt. Wobei die Ewigkeit in diesem Fall rund zehn Jahre dauert. So lange, das zeigt die Erfahrung, bleiben Mauerbilder frisch, ehe sie verwittern.

Eine Woche lang arbeitete Lasse Makrickas an seinem Fahrrad-Gemälde.
Heiko Thomsen
Eine Woche lang arbeitete Lasse Makrickas an seinem Fahrrad-Gemälde.

Deutlich kürzer, nämlich nur eine Nacht, strahlte der Fahrradsommer in dieser Woche auch an der Fördestraße in einer großen Licht-Projektion auf dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).

Angestrahlt: Das Kraftfahrt-Bundesamt in der Nacht zum 8. Juli.
Marcus Dewanger
Angestrahlt: Das Kraftfahrt-Bundesamt in der Nacht zum 8. Juli.

„Ich freue mich, dass wir als Kraftfahrt-Bundesamt den Fahrradsommer in Flensburg unterstützen können“, erklärte KBA-Präsident Richard Damm. „Wir alle nutzen täglich die unterschiedlichsten Fortbewegungsmittel. Die gegenseitige Akzeptanz und Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer ist dabei eine wesentliche Voraussetzung für einen sicheren Straßenverkehr. Deshalb ist es mir wichtig, dass wir uns auf einen gesamtgesellschaftlichen Dialog zum notwendigen Mobilitätswandel einlassen. Nur so wird der zur Verfügung stehende Verkehrsraum auch weiter für alle erlebbar bleiben.“

In der Nacht darauf wurde dann das Rathaus angestrahlt, am besten zu sehen von der Roten Straße aus. Oberbürgermeisterin Simone Lange nahm sich am Freitag Zeit, noch einmal die Hintergründe der Aktion zu erklären, die auf eine Initiative von Oliver Berking (Robbe & Berking). In seinem Museum in der Werfthalle am Industriehafen, dem Yachting Heritage Centre, zeigt er noch bis zum 22. September eine Fahrrad-Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums. „Sehr inspirierend“, sagt Simone Lange. „Ich habe sie mir schon zwei Mal angesehen und werde es noch ein drittes Mal tun.“

Die Ausstellung „Fahr Rad!“ zeigt am Beispiel von acht Großstädten und Regionen, wie Städtebau, Landschaftsarchitektur und Verkehrsplanung zusammenwirken können, um eine fahrradfreundliche Umgebung zu schaffen.

Weiterlesen: Flensburger Fahrradsommer – die Veranstaltungs-Highlights im Überblick

Mit vielen anderen kleinen Aktionen wolle man die Köpfe der Menschen erreichen, sagte die Oberbürgermeisterin. „Wir wollen vermitteln, dass Fahrradfahren nichts Schnödes ist, sondern richtig Spaß macht.“

Die nächste Aktion ist eine geführte öffentliche Radtour entlang der Flensburger Förde, die am Sonntag, 11. Juli, um 11 Uhr vor dem Glücksburger Schloss startet (Abmeldung bis Sonnabend in der Touristinformation).

Velorouten-Konzept wird umgesetzt

Aber ist Flensburg überhaupt attraktiv für Radfahrer? Gibt es ausreichend Radwege? Simone Lange verweist auf das Velorouten-Konzept, das Schritt für Schritt umgesetzt wird. „Aktuell arbeiten wird an der Strecke von Schäferhaus nach Handewitt. Ein breiter beleuchteter Radweg. So etwas ist sehr wichtig, um auch das Umland für Radfahrer besser an die Stadt anzubinden.“ Schritt für Schritt soll ein zusammenhängendes Netz gut ausgebauter Radwege in ganz Flensburg entstehen.

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Die Ausrede, Flensburg sei zum Radfahren zu bergig, möchte Lange übrigens nicht gelten lassen. „Ich komme aus Thüringen, und ich kann sagen: Da wird auch Rad gefahren!“

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