Flensburg : 99 dänische "Leoparden" im Anmarsch

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30. September 2010, 06:17 Uhr

Flensburg | Die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) arbeitet auf eigene Rechnung an einem großen Deal. Aus dänischen Beständen hat das Unternehmen 99 Kampfpanzer des Typs Leopard I, einst aus deutscher Fabrikation, aufgekauft - zur Verwertung.

Wie diese Verwertung aussieht, ist noch unklar, sagte gestern auf Anfrage Thorsten Peter, Vertriebschef für den Bereich Wehrtechnik und Sonderprojekte bei der FFG. Denkbar wären ein Komplettverkauf, Aufarbeitung und Verkauf oder die Verwertung von Einzelteilen. Einen Interessenten gebe es noch nicht.

Unter der Überschrift "Gekauft wie besehen" berichtete gestern die dänische Zeitung "Berlingske Tidende" über 99 dänische Kampfpanzer vom Typ Leopard I, die in diesen Tagen über die Grenze nach Flensburg rollen. Zurück "in das Vaterland" schrieb die Zeitung. Das dänische Militär habe die Relikte aus dem Kalten Krieg - einst von der Firma "Krauss-Maffei" gebaut - an die FFG verkauft.

50 Panzer kommen aus dem Dejberg-Depot südlich von Skive, weitere 49 aus einem Depot bei Næstved. Die Meldung von Berlingske, dass das Flensburger Unternehmen einen Verkauf nach Südamerika plane, wies Thorsten Peter ganz entschieden zurück. "Wir haben noch keine Ahnung, was wir damit machen. Wir haben sie auf eigene Rechnung gekauft." Eine umfassende Modernisierung der Fahrzeuge ist allerdings nicht nötig. Mit den 99 Leopard 1 A5 erwarb die FFG Fahrzeuge, die das dänische Militär bereits auf einen modernen Stand dieser Waffentechnik bringen ließ. Bei einem Verkauf sei allerdings eine Überarbeitung für die Einsatzfähigkeit notwendig.

Keinen Hehl macht Peter daraus, dass die Kampfpanzer möglichst weiter verkauft werden sollen. Denn mit der Verschrottung der 40-Tonner allein könne kein Gewinn gemacht werden. Mit dem Kauf und Verkauf gebrauchter Waffentechnik hat die Firma bereits Erfahrungen gemacht. Schließlich gibt es weltweit durchaus einen Markt für gebrauchte Panzer. Das westliche Material werde nachgefragt. Die Erfahrungen mit Kriegswaffen braucht die Flensburger Fahrzeugbau auch bei diesem Handel, denn "Kampfpanzer sind Kriegswaffen", die dem KSZE-Abkommen unterliegen und nach dem Kriegswaffenkontroll- und Außenhandelsgesetz behandelt werden müssen. Um sie zu kaufen, zu lagern und zu verkaufen - sogar, wenn es sich nur um Teile "oder um eine einzelne Schraube" handelt - müssten entsprechende Genehmigungen vorliegen und Nachweise erbracht werden.

Auch auf dänischer Seite mussten Genehmigungen eingeholt werden, bevor jeder Panzer auf einen Transporter verladen und nach Flensburg gebracht werden kann. Die Hälfte des Kontingents ist mittlerweile eingetroffen und in einer Halle auf dem Danfoss-Gelände untergestellt.

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