Kataster für Wohnbauflächen : 92 Wohngebiete für die Zukunft

Stadterneuerung in Fruerlund: Der Um- und Neubau dieses Viertels - hier Mühlenholz - wird 2013 fortgesetzt. Foto: Staudt
Stadterneuerung in Fruerlund: Der Um- und Neubau dieses Viertels - hier Mühlenholz - wird 2013 fortgesetzt. Foto: Staudt

Stadtplanung stellt erstmals ein Wohnbauflächenkataster vor / In den kommenden Jahren könnten über 4000 neue Wohnungen entstehen

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29. November 2012, 06:56 Uhr

Flensburg | Es passiert etwas beim Bau neuer Wohnungen in Flensburg. Das jetzt erstmals präsentierte Wohnbau flächenkataster weist für die nächsten Jahre fast 4200 mehr oder weniger fest geplante neue Wohneinheiten aus, davon etwa ein Drittel als Einfamilienhäuser und zwei Drittel im Geschosswohnungsbau. Die Stadtplaner haben ein unregelmäßiges rot-grünes Muster aus fast 100 einzelnen Fleckchen über das Stadtgebiet gelegt; jedes steht für eine Wohnbaufläche, von ganz kleinen mit einigen wenigen Wohneinheiten bis großflächigen mit mehreren hundert Wohnungen. Grün steht dabei für Flächen, für die schon Baurecht besteht, rot hingegen für solche, die noch in der Planungsphase sind.

Die insgesamt 92 Areale verteilen sich auf die drei Gruppen A, B und C, jeweils unterteilt in rot und grün (siehe oben). A steht für Wohnen innerhalb von Stadterneuerungsgebieten (23 Teilstücke), B für Wohnen außerhalb von Stadterneuerungsgebieten (39) und C für Wohnen in Einfamilienhausgebieten (30). Es gibt auch eine Gruppe D; sie steht für einen noch auszuhandelnden Stadt-Umland-Vertrag, der unter anderem einen regionalen Wohnungsfonds beinhalten soll.

Ein großer Teil der unter A bis C aufgeführten Projekte befindet sich 2012 in der Umsetzung, wie Stadtplanerin Claudia Takla Zehrfeld aufzählte: Strandfrieden, Sonwik, Fruerlund, Küsterlücke, Wilhelmstraße, Sünderup, Kanzleistraße, Schleswiger Straße, Gartenstadt Weiche, Am Katharinenhof, Schwarzer Weg. Für 2013 sollen die Alte Gärtnerei in Mürwik, eine Fläche an der Fördestraße, Hesttoft/Süderlück, das Gebiet am Wasserturm, Teile von Groß-Tarup, Flächen auf dem Campus und auf der Rude und an der Eckener-Straße in die Realisierung gehen. Eine tabellarische Übersicht über alle 92 Flächen enthält auch Prognosen für den Zeitplan; dabei fällt auf, das für eine relativ große Zahl von Flächen dieses Feld in der Tabelle leer ist.

Unter all den großen und kleinen Flächen gibt es ein paar interessante Einzelbausteine: 450 Wohneinheiten im Bahnhofsumfeld, 40 Wohnungen in der ehemaligen Klinik-Ost, für die bisher ein Hotel in Planung war, ein Areal im Marienautal an der Nikolaiallee mit 120 Wohneinheiten, 231 Einheiten rund um die Friedenskirche in Weiche und fünf zusätzliche Wasserhäuser für Sonwik. Ob und wann all das auch realisiert wird, bleibt letztlich den häufig privaten Grundbesitzern überlassen.

Das Wohnflächenkataster ist nicht als Katalog für bau- oder kaufwillige Neu- oder Altbürger gedacht, sondern als Instrument der Stadtplanung. "Die Prognosen für Flensburg gehen von 95000 Einwohnern aus", sagte Chefplaner Peter Schroeders am Dienstag im Umwelt- und Planungsausschuss.

"Es passiert viel. Wir sind besser als wir uns oft einreden wollen", sagte der Ausschussvorsitzende Arne Rüstemeier nach der Vorstellung des Katasters. Einen "sehr erfreulichen Wandel in der Vorgehensweise" registrierte Elmar Westphal (WiF). Den größten Zuwachs werde Flensburg bei den Älteren haben. "Die", so der WiF-Mann, "bauen keine Einfamilienhäuser." Auch SSW-Vertreter Glenn Dierking sprach von "einer guten Lösung".

Der Euphorie zum Trotz ließ Frank Rolfes zu Beginn Zahlen sprechen. Flensburg brauche bis 2013 rund 3000 neue Wohneinheiten. Im vergangenen Jahr seien 192 neue entstanden, in diesem Jahr bis Oktober schon 200; derzeit seien etwa 300 Wohnungen in Bau, davon sei nur jede dritte ein Einfamilienhaus, so Rolfes. Rein rechnerisch seien jedoch 630 neue Wohneinheiten pro Jahr erforderlich. Davon ist man in Flensburg noch ein ganzes Stück entfernt.

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