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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 18:45 Uhr

90 Millionen für die Daten-Autobahn

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Alle wollen Glasfaser: Online-Service der Stadtwerke muss verstärkt werden / Erschließung von Tarup im März abgeschlossen

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2016 | 17:15 Uhr

Die Glasfaser-Offensive der Stadtwerke wühlt Tarup auf. Seit Ankündigung des städtischen Versorgers, den Bewohnern am östlichen Stadtrand ein schnelles Kommunikationsnetz an die Haustür zu legen, hagelt es Anfragen, und das nicht nur aus dem Stadtteil, der Pilot-Gebiet für die stadtweit geplante Glasfaseraufrüstung ist. Wegen des großen Interesses musste bereits weiteres Personal eingestellt werden. Nach Angaben von Stadtwerkesprecher Peer Holdensen haben sich in Tarup seit Ende Oktober über 260 Haushalte angemeldet.

Das liegt, ganz klar, am zeitlich befristeten Einstiegsangebot. Wer bis zum 6. Dezember dieses Jahres den schnellen Anschluss beantragt, bekommt ihn frei Haus gelegt. Später werden einmalig 386 Euro, nach Abschluss des Ausbaus 980 Euro fällig. Dafür bekommt der Kunde eine ultraschnelle Glasfaserleitung mit theoretisch unbegrenztem Übertragungsvolumen bis an die Haustür. „Wir sind spät dran mit der neuen Technik“, sagt Ulla Meixner, Geschäftsbereichsleiterin Netzausbau bei den Stadtwerken. „Noch kann Flensburgs vorhandene Netzstruktur die steigenden Anforderungen bewältigen. In fünf Jahren aber, vielleicht schon früher, gilt das nicht mehr.“ Das Internet, der wachsende Bit-Hunger moderner Haushalts- und TV-Geräte und die Telefonie werden die Anforderungen an die Bandbreite weiter nach oben schrauben. „Hätte Flensburg nur fünf, sechs Jahre länger gewartet, wären wir abgehängt gewesen. Diaspora.“

Vermutlich dürfte ein weiterer Gedanke ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt haben. Die großen Mitbewerber haben dasselbe Geschäftsfeld natürlich auch längst im Blick. „Wir sind in Flensburg nicht die einzigen, die über Glasfaserleitungen verfügen“, räumt Meixner ein. „Aber die letzte Meile vom Verteiler zum Hausanschluss ist – noch – die deutlich langsamere Kupferleitung. Und das ändern wir jetzt gerade.“

Die Stadtwerke wollten nicht abwarten, bis die großen Spieler am Tisch aufhören, ihre abgeschriebenen Netze zu kannibalisieren und eigene Initiativen entwickeln. Sie entschieden sich, in die elektronische Daseinsvorsorge zu investieren – und das nicht zu knapp. Laut Meixner wird der kommunale Versorger in den nächsten zehn Jahren ein komplett neues schnelles Netz für mehr 53  000 Haushalte, Institutionen und Unternehmen in Flensburg, Harrislee und Glücksburg mit 90 Millionen Euro vorfinanzieren.

Auch für die städtische Tochter ist das Daseinsvorsorge, denn die klassischen Geschäftsfelder – Fernwärme und Strom – sind wohl ausgereizt. „Das Glasfasernetz versetzt uns in die Lage, mittelfristig sinkende Umsätze in diesen Geschäftsbereichen zu kompensieren.“ Meixner sieht Flensburg und Schleswig-Holstein übrigens mit der schnellen Leitung bundesweit an der Spitze. „Das Land hat beim Netzausbau konsequent Glasfaser als Standard gesetzt“, freut sich Meixner. „Die Breitbandinitiative des Bundes hingegen hat die technische Ausführung offen gelassen und nur die Mindestleistungsfähigkeit definiert. Da ist Schleswig-Holstein viel weiter!“

Die Stadtwerke haben sich entschieden, das Netz nicht nur zu bauen, sondern auch zu betreiben. Wegen der praktisch unerschöpflichen Möglichkeiten, so Meixner, wird das kommunale Unternehmen die schnelle Leitung sukzessive – gegen Gebühr – auch auch für die Mitbewerber und den Wettbewerb öffnen. „Es ist nicht unser Ziel, Monopolist zu sein“, sagt die Glasfaser-Planerin.

Im März nächsten Jahres soll das Taruper Netz fertig sein, dann geht es in Engelsby und in Klues weiter. Ab nächstem Jahr wollen die Stadtwerke dann auch auf ihrer Homepage die weiteren Ausbaustationen jeweils ein Jahr im Voraus veröffentlichen. Schlechter als die Taruper soll der Rest von Flensburg nicht gestellt werden. „Auch in den weiteren Erschließungsgebieten wird der Anschluss die ersten Wochen nichts kosten“, kündigt Unternehmenssprecher Peer Holdensen an.

Näheres unter www.swfl-glasfaser.de

Informationen vor Ort noch bis 6. Dezember jeweils dienstags von 16 bis 19 Uhr bei der Freiwilligen Feuerwehr im Tastruper Weg 8 und sonnabends von 9 bis 13 Uhr im Clubhaus des SV Adelby.

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