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Drohnenserie: Wo Flensburg wächst : 700 Wohnungen für das neue Bahnhofsviertel

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Stadtteil wird in zehn Jahren sein Aussehen komplett verändern.

Kaum ein Viertel in Flensburg wird sich in den kommenden zehn Jahren so stark verändern wie das Bahnhofsviertel. Mit der Bebauung der früheren Sportflächen des VfB Nordmark entsteht ein vollständig neues Wohnquartier mit rund 500 Wohnungen; zusammen mit der Bebauung bestehender Lücken können bis zu 700 Wohnungen entstehen. Die Bahnhofstraße bekommt ein neues Gesicht mit einer durchgehenden Randbebauung im innenstadtnahen Teil und einem Neubauprojekt auf dem Areal der Hauptpost (siehe Artikel unten). Am östlichen Rand arrondiert das Wohnprojekt Freiland das Gesamtgebiet (rechts außerhalb des Fotos). Ein weiterer bedeutender Baustein ist der Neubau der Feuerwache auf dem Grundstück des alten, mittlerweile abgerissenen Hallenbads.

Grundlage für alles ist der Rahmenplan, der für ein Sanierungsgebiet stets erlassen wird. Er ist für das Bahnhofsumfeld schon über vier Jahre alt – viel passiert ist seitdem nicht. Fixpunkte sind das Bahnhofsensemble, das unter Denkmalschutz steht, der Güterbahnhof, der schon vor Jahren saniert und aufgewertet wurde, der Carlisle-Park, das Firmengelände von Pumpen Horn, der komplette Block Waitzstraße, Munketoft, Mühlendamm und wenige weitere Gebäude und Gebäudegruppen.

Mit deutlicher Verspätung hat der Selbsthilfebauverein jetzt einen Bauantrag für den ersten Bauabschnitt des Neubauprojekts „Mølledam“ an der Bahnhofstraße gestellt. „Hier wird 1:1 das Wettbewerbsergebnis umgesetzt“, so Markus Pahl, Chef der städtischen Gesellschaft für Stadterneuerung. Dass die Feuerwehr eine neue Wache bekommt, steht fest. Auch der Standort ist klar. Wie sie aussieht, noch nicht. Hier bereitet die Stadt einen Hochbau-Wettbewerb vor. Apropos Wettbewerb: Für den Bahnhofsvorplatz und den Carlisle-Park plane man einen Freianlagen-Wettbewerb, wie Pahl ausführt. Die inhaltlichen Kriterien, die CDU, SPD und Grüne in ihrem Antrag am kommenden Dienstag im Umwelt- und Planungsausschuss vorgebracht haben, nehme man dabei gern auf.

Und dann kommt noch ein städtebaulicher Wettbewerb – und was für einer! Er deckt den Kern des Sanierungsgebietes ab, die ehemaligen Sportplätze und angrenzende Grundstücke, die zum Teil noch nicht im Besitz der Stadt sind. Die Teilnehmer werden aufgefordert, zwei Versionen anzubieten: eine mit, eine ohne Kühlhaus. Die Kulturwerkstatt erschwert die Planung, weil sie Bestandsschutz genießt, weil ihr Grundstück und Gebäude gehören und der Betrieb mit Lärmemissionen verbunden ist. „Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit dem Kühlhaus“, sagte Pahl. Man werde demnächst wieder Gespräche über einen alternativen Standort führen. Die alte Bahnpost oberhalb des Güterbahnhofs sei dafür aber nicht mehr im Gespräch.

Für dieses Gebäude, das ebenfalls unter Denkmalschutz steht, gebe es „verschiedene Interessenten“, so Pahl. Zwar ist die Straße direkt vor dem Backsteingebäude im Besitz des Güterbahnhof-Inhabers. Das Wegerecht ist aber aus Markus Pahls Sicht kein Problem. Weiter östlich, in der Tiefe der alten Bahnanlagen, plant dieser Eigentümer einen privaten Wohnmobilstellplatz.

Das lange, enge, sich nach Osten erstreckende Gleisbachtal zwischen Kieler Bahnlinie und Campus-Endmoräne bleibt unbebaut und ist als Naturraum reserviert. Allerdings ist hier ein Fußweg geplant, der in der Nähe der Peelwatt-Brücke in die vorhandene alte Straße Peelwatt mündet. Zukunftsmusik dürfte die ebenfalls im Plan enthaltene Fußgänger- und Radfahrerbrücke von der Waldorfschule über die gesamte Bahnanlage hinüber zur K 8 (Munketoft, Straße zur Osttangente).

Schon im November 2010 hatte die Stadt die obligatorischen „vorbereitenden Untersuchungen“ für das Gesamtgebiet beschlossen – erster Schritt zur Sanierung und Umwandlung des Areals. Noch älter ist die Idee, auf dem Grundstück des früheren Bauhofs ein alternatives Wohnprojekt zu etablieren: Freiland. Doch das ist bis heute nicht aus den Startlöchern gekommen. Der Ausstieg der Gewoba aus dem Projekt hat den Baubeginn auch nicht gerade beschleunigt.

Noch eine Gnadenfrist hat offenbar die städtische Kindertagesstätte Schwedenheim an der Ecke Bahnhofstraße / Helenenallee. Deren Grundstück ist für das Wohnbauprojekt „Mølledam“ des Selbsthilfebauvereins vorgesehen. Doch die Verzögerung des ersten Bauabschnitts bedeutet eine Fristverlängerung vor Ort für das Schwedenheim.

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erstellt am 17.Jul.2017 | 16:21 Uhr

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