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Standort Flensburg/Glücksburg : 60 Millionen Euro für die Aufklärer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bundeswehr investiert in Schule Strategische Aufklärung bis mindestens 2020 – und stellt schon im Juli 40 neue Stammkräfte ein.

Flensburg | Bei der Schule Strategische Aufklärung stehen alle Zeichen auf Erneuerung und Wachstum. Die zentrale Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr für militärisches Nachrichtenwesen und elektronische Kampfführung wird bis Anfang der 20er Jahre für mindestens 60 Millionen Euro saniert: „Ich gehe eher davon aus, dass es mehr wird, weil es denkmalgeschützte Gebäude sind“, sagt der Kommandeur, Oberst Bernd-Georg Nolte (59). Viele der Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Marinefernmeldeschule stammen aus den 30er Jahren. Hier entstanden von 1933 bis 1939 neben dem Torgebäude, der Kaserne „Deutschland“, ein Schulgebäude, das spätere Offiziersheim und die Kasernen „Brandenburg“, „Hansa“ und „Preußen“. Das Torgebäude an der Mürwiker Straße wird nun zum Unterkunftsgebäude umgebaut, mit dem neuen Bundeswehrstandard samt Kühlschrank und jeweils einer Nasszelle. Die lange Morsehalle wird 2018 Truppenküche für den Standort, das Medienhaus künftig Bücherei, Web-Redaktion und Medientechnik aufnehmen. Das Schulgebäude soll 2016 saniert sein und künftig die Unterrichtsräume der Schule beherbergen. Das Problem: Weil Nolte und seine Organisatoren während des laufenden Betriebs sanieren, kann immer nur ein Gebäude nach dem anderen modernisiert werden – „ich kann das Medienzentrum erst anfangen, wenn die Truppenküche 2018 fertig ist – weshalb die Arbeiten im Jahr 2020 eher noch nicht abgeschlossen sein werden.“

Erst seit 2003 gibt es hier die Schule Strategische Aufklärung, die für alle Teilstreitkräfte in wachsendem Umfang ausbildet. Lediglich zwischen 2009 und 2012, bei der jüngsten Schrumpfkur der Bundeswehr, standen auch hier alle Signale auf Halt.

Doch die „Schule Strat“ gehört zu den Gewinnern der Reform. Geschrumpft wird anderswo. In Mürwik werden heute ganze Verbände im militärischen Nachrichtenwesen unterrichtet. Und die Mürwiker sind die einzige Ausbildungsschule für elektronische Kampfführung. Sprachausbildung läuft hier auf Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch. Ganze Flure werden für all das derzeit entkernt. Die aktuell 170 Soldaten und zivile Mitarbeiter große Belegschaft wird zum 1. Juli um rund 40 auf 210 ansteigen und vieles spricht dafür, dass auch im Folgejahr noch einmal 20 bis 30 Stammsoldaten hinzukommen.

Im laufenden Umbaubetrieb ist die Zahl der Teilnehmer von jährlich 360 Lehrgängen auf 4000 begrenzt, bei Zeiträumen zwischen fünf Tagen und zwölf Monaten. Künftig sollen es bis zu 6000 Lehrgangsteilnehmer sein. „Wir brauchen 700 bis 750 Betten pro Tag, um die Lehrgangsteilnehmer unterzubringen“, erklärt der Kommandeur. 130  000 Übernachtungen zählt die Schule schon heute pro Jahr – plus 1100 von Familien, die die immer älteren und höher qualifizierten Lehrgangsteilnehmer an Wochenenden besuchen können.

Die Schule Strategische Aufklärung wächst also nicht nur und liefert Millionenaufträge fürs regionale Handwerk. Sie beschert Flensburg auch noch eine Art touristische Sonderkonjunktur.

 

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erstellt am 22.Apr.2015 | 08:00 Uhr

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