Hafenspitze Flensburg : 5500 Enten schwimmen für Geld

Die schönsten Enten schufen Kim und Kea Hansen (Foto).
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Die schönsten Enten schufen Kim und Kea Hansen. Da ihre Schwester Kim noch arbeiten musste, holte Kea Hansen die schmucken Quietschetiere ab (Foto).

So viele Tierchen wie noch nie schickten die Lionsclubs Flensburg Fördestadt und Alexandra ins Rennen – dank der Spender und Sponsoren.

shz.de von
23. Juni 2014, 13:59 Uhr

Schnelligkeit ist nicht alles im Leben und bei Wettrennen schon gar nicht. Das musste das schmucke Tierchen erfahren, das beim Entenrennen der Lionsclubs Flensburg Fördestadt und Alexandra seinen Verfolgern davon geeilt war. Mit kessen Federn ausgestattet, ließ sich das gelbe Entlein vom unruhigen West-Nord-West-Wind quer über das Becken an der Hafenspitze treiben. Zielstrebig legte es die rund 200 Meter zurück, so dass die Punktrichter am Zieleinlauf schon überlegten, ob sie das schöne Entlein nicht disqualifizieren müssten. Verliehen ihm die Federn doch offensichtlich Flügel. Doch Federn machen noch keine Zielpeilung aus. Das Tierchen trieb kurz vor dem Ziel einfach in die Ölsperre des Technischen Hilfswerks und blieb dort hängen. Am Ende hatte Tier Nummer 4032 eindeutig die Nase vorn und schwamm als erstes mutig in den Zieleinlauf. Gefolgt von 2933 und 0199.

Hunderte von Menschen juchzten. Auf den Steinkanten und Treppen an der Hafenspitze hatten sie sich niedergelassen oder standen dicht gedrängt dahinter. Die Band Policia do Samba um Tim Kliem hatte mit ihren Rhythmen bereits für gute Stimmung gesorgt. Tänzer hatten anschließend unterhalten.

Moderator Holzi Holst informierte und amüsierte die Schaulustigen nicht nur. Mit Christine Stoehr aus der Jury des Schönheitswettbewerbs pries er die adrettesten oder coolsten Tierchen an. Die schönsten beiden Entlein stammen von den Schwestern Kim und Kea Hansen. Die hatte tags zuvor in mehrstündiger Arbeit ein Pfauentierchen und ein Meerjungfräulein geschaffen. Doch die beiden mussten dem späteren Rennen entsagen. Zwei andere Spendenenten vertraten sie.

Die beiden Lionsclubs (LC Alexandra organisierte zum ersten mal mit) hatten die Tiere an 16 Verkaufsstellen für fünf Euro das Stück veräußert. Der fünfstellige Erlös kommt der Jugendarbeit dreier Flensburger Organisationen zugute. Einnahmen verzeichneten die Clubs auch an den Verzehrständen. In diesem Jahr boten die fleißigen Hände nicht nur Kaffee und Kuchen an. Waffel, Wurst und Popcorn waren gespendet worden. Das Volk nutzte die Snacks zur Mittagszeit.

Ohne die mindestens 80 ehrenamtlichen Helfer hätten die Entlein für den guten Zweck gar nicht in See stechen können. Die 20 Helfer des THW hatten unter der Leitung von Thorsten Eggers die Rennstrecke und vieles andere besorgt. Mitglieder von DLRG und DRK kümmerten sich um die Sicherheit. Zahlreiche Betriebe stellten Technik, Nahrung und anderes kostenlos bereit. Auch den Kran, der um 14 Uhr die rund 5500 Enten zum Starteinwurf hob und schwenkte.

Es war Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar, die den Klettverschluss des Segeltuchsacks öffnen durfte. Doch der Verschluss wollte nicht sogleich und so musste der Sack noch einmal an Land geholt, der Verschluss gelockert werden, bevor der Plastik-Tierchen-Pulk ins Wasser plumpste. Dann schwamm das gelbe Plastikvieh – und wollte nicht voneinander lassen. Die Helfer des THW hatten es kommen sehen und deshalb brummige Laubbläser in ihren Booten. Mit ihrem helfenden Gegenwind lichteten sich die Reihen. Uneinholbar nahm ein besonders hübsches Federfieh Fahrt auf und setzte sich ab. Verheißungsvoll trieb es dem Ziel entgegen und verlor kurz vor dem Ende die Orientierung. Schnelligkeit ist eben nicht alles.

Wer seinen Gewinn nicht mitnehmen konnte, kann ihn während der nächsten vier Wochen bei Karstadt abholen. Das Los ist mitzubringen.

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