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Flensburger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 02:34 Uhr

Jubiläum : 50 Jahre Holländerhof

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit einem Betriebsfest am Strand Drei auf Holnis feierten die Werkstätten für behinderte Menschen ihr Bestehen seit 1964

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 10:08 Uhr

Annegret Kiesby und Kirsten Johannsen haben den Holländerhof wachsen sehen. Die dienstältesten Mitarbeiterinnen der Werkstätten für Menschen mit Handicap arbeiten seit 1966 in der Einrichtung. Fast so lange wie die Werkstätten alt sind. 1964 gründeten Eltern das Haus für ihre Kinder, die wegen ihrer Behinderungen ausgeschult worden waren. Seitdem finden Menschen mit Beeinträchtigung auf dem Holländerhof Arbeit, Bildung und Verständnis.

Die 50 Jahre im Dienst der Menschen feierte das Haus mit einem großen Betriebsfest am Strand von Holnis. Rund 500 Mitarbeiter, Bewohner, Betreuer und Gäste füllten das große Partyzelt am Strand. Nicht alle fanden innen einen Platz und erlebten die Andacht, die Grußworte und die Ehrungen vor dem Eingang.

Pröpstin Carmen Rahlf hatte mit einigen Werkstattmitarbeitern und Bewohnern die Andacht vorbereitet und darüber nachgedacht, was zu einem guten Leben gehört: ein Zuhause als Rückzugsort, aber auch, um Menschen dorthin einzuladen; die Möglichkeit, möglichst viel selbst zu bestimmen; Freunde, die einen so sein lassen, wie man ist, und mit denen man etwas über das Leben lernen kann. „Auf dem Holländerhof ist auch das richtige Leben“, ließ die Gruppe wissen. Doch zwei Dinge seien anders, bemerkten die fünf: „Es gibt mehr Sicherheit, und wir dürfen mehr ausprobieren. Niemand wird wegen seiner Behinderung angemacht. Das ist draußen anders.“

Die Gruppe bat um gute Leistungen der Menschen, aber auch gute Aufträge von den Firmen, Theaterspiele, Verständnis sowohl für die Verschiedenheit als auch die Zusammengehörigkeit aller Menschen. Am Ende dankten die fünf der Einrichtungsleiterin Maria Rönnau und dem Werkstattleiter Hans-Nico Nissen, die „richtig hammergeil“ drauf seien.

Gemeinsam mit Hans-Jürgen Drewes vom Bewohnerbeirat und Leif Kock vom Werkstattrat begrüßte Rönnau die Anwesenden und erinnerte an die Entwicklung der Einrichtung. 1964 hätten zwölf Menschen im Holländerhof gearbeitet (der Name ist vom Vorbesitzer des Ursprungshofs, Familie Holländer, übernommen worden). Heute bauten Menschen mit Handicap Schaltschränke zusammen. „Vor 50 Jahren wäre das noch nicht möglich gewesen“, sagt Rönnau. Alle drei berichteten von ihrem ersten Tag im Holländerhof, wollten das anschließend ebenso von Georg Kallsen, Horst Bendixen und Christoph Westrich wissen. Georg Kallsen, Geschäftsführer des Diakonischen Hilfswerks Schleswig-Holstein, das seit 1973 Träger des Holländerhofs ist, lernte die Wäscherei noch als kaufmännischer Direktor der Flensburger Diako kennen. Bereichsleiter der Stadt Flensburg, Horst Bendixen, erlebte das Haus bei seinem ersten Grünkohlessen dort, und Christoph Westrich vom Elternbeirat wurde beruflich durch die Werk- und Wohnstätten geführt; später begann er, sich als Vater für die Einrichtung zu engagieren.

Bevor Maria Rönnau das warme Buffet eröffnete, dankte sie Johannsen und Kiesby für ihren langjährigen Einsatz. Die Frauen erhielten einen Blumenstrauß. So wie Helmut Carstensen für 40 Jahre Zugehörigkeit, Christel Waigel, die seit 35 Jahren in den Werkstätten arbeitet, Claudia Westphal und Bengt Schneider für 25 Jahre Zugehörigkeit zum Holländerhof.

Der beschäftigt zurzeit 360 Mitarbeiter mit Beeinträchtigung und 180 ohne Handicap. Die 140 Wohnstätten-Plätze in sieben Häusern sind alle belegt.

 

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