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Flensburger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 16:51 Uhr

Singezeit : 400 Kinder auf Kaperfahrt

vom

"Wir lieben die Stürme", "Morgensang" und "Sing man tau": Zehn Grundschulen beim Projekt "Flensburger Singezeit" dabei.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 07:07 Uhr

Flensburg | Es dürfte der größte Chor gewesen sein, der je im Stadttheater gesungen hat. 400 Kinder schmetterten gestern vormittag im Parkett und auf den Rängen "Wir lieben die Stürme" und "Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren". Mit zwei großen Konzerten steuerte die erste Flensburger Singezeit auf ihren umjubelten Doppel-Höhepunkt zu.

"Der Vorhang geht nur auf, wenn man ,Vorhang auf’ sagt - aber ganz leise", flüsterte Theaterintendant Peter Grisebach den gebannt lauschenden Kindern zu. Der Bühnenchef ließ es sich nicht nehmen, persönlich durch diese ganz besondere Stunde zu führen. Auch Oberbürgermeister Simon Faber als Schirmherr sprach zu den Kindern und nahm erfreut einen Scheck vom Wyman’s Club i grænselandet entgegen. Das Geld geht an die Nikolaus-Reiser-Stiftung - Keimzelle der Flensburger Singezeit.

"Es wird viel zu wenig gesungen", sagte Faber zu den Kindern. "Jeder sollte viele Lieder kennen", meinte er und freute sich darüber, dass die Kinder jetzt Lieder können, "die eure Eltern und Großeltern schon gesungen haben". Seit rund einem Jahr bereiten sich Kinder von zehn Flensburger Grundschulen auf dieses Konzert vor, indem sie einmal pro Woche die zehn Lieder des Singezeit-Heftes übten und dabei auch noch nach einer ganz besonderen Methode Noten lernten.

Und dann ging es los. Peter Geilich setzte sich an den Flügel, sechs Lehrerinnen stellten sich auf die Bühne und dirigierten von dort ihre Kinder, die im ganzen Auditorium verteilt saßen. An der Kaperfahrt hätten die Jungs von Santiano sicher ihre Freude gehabt. "Das geht auch lauter", rief eine Lehrerin - und sofort erhöhte sich die Dezibelzahl im Theater. Peter Grisebach ließ die Kinder zuvor jeden einzelnen Song raten. Die Lehrerinnen dirigierten sehr individuell und gestenreich. Und die Kinder zeigten sich gut bei Stimme und textsicher - in mehreren Sprachen. "Sing man tau" auf Plattdeutsch, den "Morgensang" auf Dänisch, "Hevenu shalom" sogar auf Hebräisch und "L’inverno e passato" auf Italienisch. Ganz zum Schluss wurde es wehmütig mit dem bekannten Lied "Nehmt Abschied Brüder", der deutschen Version von "Auld Lang Syne".

Die Singezeit findet breite Unterstützung in der Kulturszene, wie die Anwesenheit von Vertretern des Landestheaters, der Musikschule und des Kulturbüros zeigten.

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