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CO2-Reduktion : 39 Gemeinden für den Klimaschutz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Flensburger Umland will bis 2050 seinen Ausstoß von Kohlendioxid reduzieren – Olav Hohmeyer hilft dabei

Der erste Schritt ist gemacht. 39 Kommunen in der Region Flensburg sind auf dem Weg zu ihrem eigenen Klimaschutzkonzept. Gestern gab die federführende Gemeinde Harrislee mit Bürgermeister Martin Ellermann die Genehmigung von Fördermitteln bekannt. Das Vorhaben wird am 13. Mai um 17 Uhr im Bürgerhaus Harrislee öffentlich präsentiert.

Den Projekt-Zuschlag hat das Institut SCS Hohmeyer des Flensburger Klimaforschers Olav Hohmeyer erhalten. Seine Wissenschaftler begleiten das Projekt.

Das Ziel des Vorhabens: Bis 2050 wollen die Kommunen es ihrem großen Nachbarn, der Stadt Flensburg, gleichtun und frei von überschüssigem Kohlendioxidausstoß (CO2) sein. In spätestens 36 Jahren möchten die Kommunen nur so viel CO2 produzieren, wie die natürliche Umgebung aufnehmen und verarbeiten kann.

Der nächste Schritt auf dem Weg zur CO2-neutralen Region werde der Handlungsplan sein, erklärte Julia Schirrmacher von SCS. Innerhalb der nächsten zwölf Monate wird sie mit ihren Kollegen die Energieverbräuche und CO2-Emissionen der Region listen. Für diese Bestandsaufnahme ist das Team auf Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Gesellschaftsbereichen angewiesen. Das Team wird zu dem Zweck an kommunale Verwaltungen, Unternehmen, Verkehrsbetriebe, Wohnungsbaugesellschaften und Energieversorger herantreten. Am Ende dieses Arbeitsschritts wird eine Energie- und Kohlendioxid-Bilanz der Region stehen.

Die Bilanz bildet die Grundlage für den folgenden Schritt, in dem direkt die Bürger angesprochen sind. Das Hohmeyer-Team lädt die Einwohner zu drei Arbeitsrunden, sogenannten Workshops, ein. Unter den Überschriften Energieversorgung, Mobilität und Haushalt/Privathaushalt will das Wissenschaftler-Team die Ideen der interessierten Bürger gerne entgegennehmen. „Vor allem soziale und organisatorische Innovationen sind höchst willkommen“, sagt Martin Beer, Kollege von Schirrmacher und in zweiter Funktion Klimaschutzmanager Flensburgs.

Schirrmacher arbeitet bei SCS und an der Universität im Bereich Energie- und Ressourcenmanagement. Die Volkswirtin promoviert zu regionalen Klimaschutzkonzepten mit Fokus auf die Region Flensburg. Beer war an der Universität im Energie- und Klimabereich beschäftigt, bevor er zu SCS wechselte. Dritte im SCS-Bunde ist Jördes Wüstermann. Sie erarbeitete für ihre Masterarbeit an der Uni ein „Business-as-Usual-Szenario 2050“. Sie untersuchte also, wo Flensburg 2050 steht, sollten keine Klimaschutzanstrengungen unternommen werden.

Für das regionale Klimaschutzkonzept haben die Planer 166 000 Euro veranschlagt. 65 Prozent der Summe werden öffentlich gefördert. Den Rest bringen die Gemeinden, die Stadt Flensburg und die Kreishandwerkerschaft Flensburg Stadt und Land auf. Zwei Glücksburger Stadtvertretern ist das Projekt derartig wichtig, dass sie persönlich für die 4000 Euro Beteiligung einstehen, sollte die Summe nicht durch Spenden aufgebracht werden.

Federführend für die Verwaltungen ist Harrislee mit Bürgermeister Martin Ellermann dabei. Sprecher des Stadt-Umland-Verbunds ist Stefan Ploog, Verwaltungsleiter des Amtes Oeversee.

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