Großenwiehe : 30 Jahre Rentner-Rock

Die Rentnerband heute: Wieland Ahnsehl (v.l.), Erwin Petersen, Anke Henn, Peter Hansen und Hannes Jürgensen.
Die Rentnerband heute: Wieland Ahnsehl (v.l.), Erwin Petersen, Anke Henn, Peter Hansen und Hannes Jürgensen.

Voll besetztes Haus zum Jubiläumskonzert im Wiehekrug.

Avatar_shz von
12. März 2018, 12:48 Uhr

Ausverkauft, wie immer. Wenn die Rentnerband spielt, ist der Saal voll. Bis auf den letzten Platz besetzt war dann auch der Wiehekrug. Das Jubiläumskonzert wollte sich niemand entgehen lassen – immerhin wurden 30 Jahre Bandgeschichte gefeiert.

Musik gemacht haben sie schon immer: Peter Hansen, Erwin Petersen, Erich Jürgensen und Hannes Jürgensen. Als die „Pe-Ha-Johs“ spielten sie seit 1959 wöchentlich zum Tanz auf. Und mit Hein Hoffmann waren sie im Lindewitter Blasorchester dabei. Dann gaben die Musiker 1988 bei einer Silberhochzeit diese lustige musikalische Einlage, die eigentlich nur ein einmaliger Jux sein sollte. Es war der Anfang eine Erfolgsgeschichte. Mund-zu-Mund-Propaganda machte die Kombo zur „Rentnerband“, einer Kult-Band. Die Nachfrage war groß. Clownereien, graue Perücken, Tirolerhüte und „Elbsegler“ wurden neben der Musik zum Erkennungsmerkmal: mitreißende Rhythmen der vergangenen Jahrzehnte, „live, ohne Technik aus der Steckdose“, sagt Band-Leader Peter Hansen.

Seit 30 Jahren nun währt der Erfolg. Etwa 1200 Auftritte hat die Rentnerband absolviert. „Alles gut überstanden“, so Hansen. „Hat Spaß gemacht. Vor allem hat man uns nirgendwo rausgeschmissen.“

Hansen schnackt am liebsten Platt, „dann kann ich mir und mich nicht verwechseln“. Und so vertellt er von Auftritten in ganz Schleswig-Holstein und sogar im Spreewald. Seit mehr als zehn Jahren sorgt die Band jährlich auf dem Flensburger Museumsdampfer „Alexandra“ für gute Laune. Die Musiker lassen sich nicht lumpen. In regelmäßigen Abständen spenden sie Überschüsse aus ihren Konzerten für wohltätige Zwecke.

Allerdings: Der Ulk ist ist in den vergangenen Jahren weniger geworden. Büstenhalter werden nicht mehr aus der Posaune gezogen. „Im Alter sind wir ruhiger geworden“, findet Erwin Petersen, der demnächst stolze 80 Jahre wird. Gute Laune versprühen die Alten immer noch – so, wie sie es am besten können: von der Böhmen-Polka zu den Nordseewellen, vom Foxtrott zur Samba. Das Publikum tanzt und singt von Beginn an mit. Und: Die Kopfbedeckungen stimmen nach wie vor. Passend zur Musik wird etwa Matrosenmütze getragen, oder auch gern ein Sombrero.

In ihrer ursprünglichen Formation steht die Rentnerband heute nicht mehr auf der Bühne. Erich Jürgensen ist verstorben, Hein Hoffmann kann zurzeit nicht spielen. Seit acht Jahren ist Anke Henn dabei. Wieland Ahnsehl mit dem Kontrabass vervollständigt die Truppe. Eines aber haben sie heute alle gemeinsam: Als Rentner verkleiden muss sich niemand mehr.

„Vielen Dank für das schöne Geräusch“, sagt Peter Hansen und meint damit den lauten, lang anhaltenden Applaus. Die Rentnerband wird wohl eine Erfolgsgeschichte bleiben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen