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Wachstum : 2700 Kilometer Mini-Salami pro Woche

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die „Zur Mühlen Gruppe“ will in diesem Jahr 13,5 Millionen Euro in den Standort Satrup investieren

Gegen den Trend läuft die Entwicklung der Fleischverarbeitung bei der Firma Redlefsen in Satrup. Hat die Region in den vergangenen Jahrzehnten viele Betriebe durch Schließung oder Wegzug verloren, läuft es hier umgekehrt. Nach mehreren Besitzerwechseln gehört das Unternehmen heute der „Zur Mühlen Gruppe“ an, die Marktführer im Bereich SB-Wurst ist und an sechs Standorten produziert.

Die Gruppe wird auch in den kommenden Jahren in den Betrieb investieren. Ein großer Baukran ist Zeichen der Investitionen, die derzeit getätigt und in diesem Jahr etwa 13,5 Millionen Euro für neue Klimakammern betragen werden. Damit sind in den Standort Satrup in den vergangenen 15 Jahren über 60 Millionen Euro investiert worden. 60 Prozent der Aufträge sind in die Region gegangen.

In Satrup ist Christoph Westrich seit 15 Jahren als Geschäftsführer tätig. In den vergangenen Jahren habe der Betrieb einen radikalen Strukturwandel erlebt, berichtet er. Am Ende der Umstrukturierungsphase wird im Werk Redlefsen die Rohwurstproduktion für die SB-Ware konzentriert sein. 1999 wurden im Jahr 120 Tonnen pro Woche produziert, heute ist es die vierfache Menge.

Die Produktion in Satrup zu spezialisieren, geschehe nicht ohne Grund, so Westrich und habe mit den klimatischen Bedingungen zu tun. Rohwurst benötigt zur Reife klare Luft. Und natürlich Wind, der die Luft in Bewegung hält. Um dem Fleischprodukt zur Umrötung Wasser zu entziehen, wird viel frische, klare Luft benötigt. Diese Phase inklusive des Räucherns dauert etwa eine Woche. Dazu wird, und darauf ist man bei Redlefsen besonders stolz, echtes Buchenholz eingesetzt und keine chemischen Substanzen. „Nicht ohne Grund ist die Rohwurst aus Satrup in ganz Europa so begehrt“, hebt Michael Gleich aus der Geschäftsleitung hervor. Insbesondere die Mini-Salami hat einen wahren Siegeszug angetreten. In Satrup produzieren die Mitarbeiter in der Woche zwei Millionen Stück, das entspricht einer Länge von 2700 Kilometer.

„Wer im Markt auch zukünftig an vorderster Stelle agieren will, muss sich entsprechend aufstellen“, berichtet Westrich mit Hinweis auf die umfangreichen Investitionen im Satruper Werk. Das heißt, die gesamte Rohwurst-Verarbeitung für die SB-Verpackung soll bei Redlefsen geschehen. Dafür wird eine neue Räucheranlage gebaut, die den neuesten technischen Verfahren entspricht. Die neue Anlage wird den aus der Vergangenheit bekannten Rauchgeruch erheblich dezimieren. Auch die Verdampfer werden so umgebaut und ausgerichtet, dass sie die Nachbarschaft nicht mehr stören. Westrich: „Die störenden Ventilatoren werden so geschaltet, dass sie nachts nicht mehr laufen, und sie erhalten Schalldämpfer.“ Zusätzlich verspricht Westrich, die Nachbarn und Gemeindevertreter über die neue Anlage zu informieren. Durch zusätzliche Energiesparmaßnahmen wie Umstellung von Öl auf Gas, Energierückgewinnung und Wärmepumpen werde der CO2-Ausstoß um 3000 Tonnen im Jahr reduziert.

Der Firmenausbau hat einen erhöhten Arbeitskräftebedarf zur Folge. In den vergangenen drei Jahren wurden jährlich 20 neue Mitarbeiter fest eingestellt. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 275 feste Mitarbeiter und 300 Zeitarbeiter, wovon 200 aus der Region kommen. Da der Bedarf in der Region nicht gedeckt werden kann, sind zusätzlich 60 Mitarbeiter aus ganz Europa im Betrieb beschäftigt. Westrich wünscht sich, dass mehr Jugendliche einen Ausbildungsplatz bei Redlefsen anstreben. Von den 15 vorhandenen Ausbildungsplätzen konnten nur vier besetzt werden.

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erstellt am 13.Mai.2014 | 17:22 Uhr

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