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Kriminalität in Flensburg : 24-Jähriger nach Attacke in Klinik

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neustadt: Drei Unbekannte griffen Radfahrer mit Besenstiel und Messer an / Polizei sucht Zeugen / Motivlage noch unklar

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2017 | 06:00 Uhr

Erneut kam es in dieser Woche in der Neustadt zu einer körperlichen Auseinandersetzung unter jungen Geflüchteten. Nach Angaben der Polizei wurde am Montag gegen 17 Uhr ein 23 Jahre alter Afghane von drei noch unbekannten Tätern unvermittelt angegriffen und schwer am Bein verletzt. Der junge Mann wurde mit einer stark blutenden Schnittverletzung in die Notaufnahme gebracht.

Das Geschehen ereignete sich am helllichten Tag im regen Feierabendbetrieb. Nach bisherigen Erkenntnissen war der junge Afghane auf seinem Fahrrad unterwegs, als er in Höhe des Hauses Neustadt 9 von plötzlich gewaltsam gestoppt wurde. Anrufer berichteten von einer größeren Auseinandersetzung mit über 20 Leuten, die teilweise mit Stöcken aufeinander einschlagen sollten – mit etwas zeitlichem Abstand zum Geschehen reduzierte die Polizei die Zahl der Beteiligten allerdings erheblich.

Danach war der Radfahrer von drei jungen Männern hart angegangen worden, einer von den Angreifern habe den Afghanen mit einem Besenstiel traktiert, auf dem Boden liegend soll das Opfer von den Angreifern auch getreten worden sein. Um dieses Geschehen herum hatte sich anscheinend eine größere Menschenansammlung formiert, die aber – so Polizeisprecher Christian Kartheus – in das gewaltsame Geschehen wohl nicht verwickelt gewesen ist. Allerdings hatte diese große Gruppe offenbar auch nichts unternommen, die Angreifer zu bremsen. Als die Polizei am Tatort eintraf, waren diese schon in Richtung Harrisleer Straße geflüchtet und nicht mehr auffindbar. Einige Zeugen glaubten bei den Angreifern arabisch gehört zu haben, die Polizei konnte das aber nicht bestätigen. Die Motivlage ist noch unklar, Ermittlungen laufen, sagte Kartheus gestern. Der Haupttäter sei zwischen 17 und 20 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß, schwarz-braune Haare, einseitig eingerissenes schwarzes T-Shirt, dunkle Jeans – mehr war bei 25 Zeugen bislang nicht zu ermitteln.

Der Zwischenfall von der Neustadt mit vielen Beteiligten war nicht der erste dieser Art in diesem Jahr. Bereits im Januar war es an der Hafenspitze zu gewaltsamen Auseinandersetzungen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gekommen. Ursache damals, so die Polizei, waren offenbar Streitigkeiten um Mädchen gewesen – ausgeführt mit Schlagstöcken, begleitet von schwereren Verletzungen bei mindestens einem Teilnehmer, der stationär im Krankenhaus behandelt werden musste.

Am 13. März flogen dann in der Toosbüystraße die Fäuste – wieder unter Beteiligung ausländischer Jugendlicher. Anfänglich war die Polizei von einer Massenschlägerei mit 15 Teilnehmern ausgegangen, die entstand, als drei Jugendliche an der Ecke Neue Straße/Toosbüystraße in eine Falle gelockt worden waren. Bei der Schlägerei seien ein Elektroschocker und ein Schlagstock eingesetzt worden, das Alter der Beteiligten lag zwischen 16 und 18 Jahren, ein Verletzter musste in der Diako behandelt werden.

Auch hier war Ermittlungsarbeit für die Polizeibeamten ein zähes Geschäft. „Wir sind mit den Ermittlungen so gut wie fertig“, meinte Kartheus gestern. „Dann geben wir es zur Staatsanwaltschaft rauf.“ Positiv ist: Die Massenschlägerei mit Hinterhalt ist wohl mehr ein Streit zweier Beteiligter und ihrer Freunde um Geld. Aber Genaues weiß man nicht. Die Aussagebereitschaft, muss der Polizeisprecher einräumen, ist nicht so ausgeprägt. Immerhin aber kann Kartheus eines mit Sicherheit sagen: „Die Fälle hängen nicht miteinander zusammen.“

Die Polizei sucht Hinweisgeber und Zeugen unter 0461 / 484-0

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