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Flensburger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 10:18 Uhr

226 Kilometer: Kraftakt für das Hospiz

vom

Dirk Czubayko schwamm, radelte und lief bei seinem ersten Ostseeman für schwerst kranke Menschen

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

flensburg | "Eine tolle Idee, dem eigenen Schicksal auf so wunderbare Weise zu danken", sagt Hans-August Dethleffsen. Der Vorsitzende des Fördervereins des Katharinen Hospiz am Park lauscht in dessen Garten gestern gebannt den Schilderungen des Mannes, dem diese Anerkennung gilt: Dr. Dirk Czubayko.

Erstmals stellte sich der Glücksburger Zahnarzt der Herausforderung Ostseeman. Und der 52-Jährige meisterte die legendären Ironman-Distanzen, kämpfte sich 3,8 Kilometer durch die Förde, legte 180 Kilometer auf dem Rad zurück und schaffte danach auch noch einen kompletten Marathon. Dieser Erfolg schenkte Dirk Czubayko ein "einzigartiges, unbeschreiblich schönes Erlebnis" - und dem Förderverein eine Spende von 3000 Euro. Dafür gab es gestern eine Schuppe am von Hans-Ruprecht Leiß gestalteten Spendenfisch im Garten des Hospiz. Die Skulptur ziert eine im Maul getragene Narzisse. Symbol für das Aufblühen, das viele Schwerstkranke durch eine vorbildliche Palliativmedizin und eine intensive, liebevolle Betreuung in ihren letzten Lebenswochen im Hospiz erleben dürfen. Viele entfalten in dieser Zeit besondere kreative Fähigkeiten - durchs Malen oder die Musiktherapie, die zu den Angeboten zählt, die der Förderverein weiter ausbauen möchte. "Die Kassen zahlen dafür nicht", sagt Dethleffsen. Auch nicht für die Gesprächskreise, zum Beispiel für Kinder, die Mutter oder Vater verloren haben. Die Breite des Angebots des Katharinen Hospiz rund um den oft langen, die gesamte Familie schwer belastenden Prozess des Sterbens ist landesweit einmalig. "Verbunden mit dieser Leuchtturmfunktion ist die tägliche Verpflichtung, immer wieder um neue Spenden zu werben, immer wieder über das Hospiz zu informieren", sagt Dethleffsen. Eine wichtige Säule sei dafür die Hospiz-Stiftung, die vielen nicht bekannt sei. Sie sorge für die finanzielle Kontinuität bei der Förderung der Hospizarbeit. Wenn pragmatische Hilfe im Alltag gefordert ist, ist der Förderverein zur Stelle. Dieser zählte 1992 nur 60 Mitglieder, heute sind es 1300. "Ein toller Erfolg. Nun können wir die 2000 anpeilen", nennt Dethleffsen eines der ehrgeizigen Ziele des Vorstands, der sich als Team versteht.

Ein neues Mitglied ist mit Dirk Czubayko gewonnen. "Ich bin beeindruckt von dem, was hier geleistet wird, vor allem in der Kinderhospizarbeit." Wie kam die hohe Spendensumme zusammen? "Der Ostseeman war für mich ein Lebensziel - und ein Anlass, denen zu helfen, die nicht so gesund und glücklich leben können wie ich", erklärt der Zahnarzt. Für jeden der 226 Triathlon-Kilometer des Ostseeman spendete er vier Euro. Für den Erfolg, schneller als in zwölf Stunden im Ziel zu sein, legte er noch 500 Euro drauf. Dazu kamen Spenden seiner Partner - vom Dentallabor bis zum Steuerberater.

Hat er wirklich jede Minute des Ostseeman genossen? "Schon beim Start gab es Gänsehaut pur, die letzte Rad- und Laufrunde war schon hart - und auch das Treppen steigen in den Tagen danach", sagt Czubayko. Dennoch will er wieder an den Start gehen, aber erst in zwei Jahren. "Dann können wir uns hier im Garten gerne wieder treffen", sagt Hans-August Dethleffsen.

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