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European Centre for Minority Issues : 20 Jahre ECMI in Flensburg: Das macht Europas Denkfabrik für Minderheiten

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Im Flensburger Kompagnietor wird heute gefeiert: Europas Ideenschmiede gegen Konflikte hat Geburtstag.

Flensburg | Immer noch fast verborgen und für Laien fast schon heimlich arbeitet das „European Centre for Minority Issues“ vom 400 Jahre alten Flensburger Kompagnietor aus für Verständigung, Verständnis und Schutz der globalen Minderheiten. Vor 20 Jahren hoben die Regierungen von Dänemark, Deutschland und Schleswig-Holstein die unabhängige, internationale Institution aus der Taufe und beheimateten es im Backsteinbau an der Förde, einem Kulturdenkmal, das die deutsch-dänische Geschichte symbolisiert.

Kultur und Diversität, Konflikte und Sicherheit, Ethnik und Staatsbürgertum, Politik und Zivilgesellschaft sowie der Schutz der Minderheitensprachen: Das sind die großen Forschungsfelder, die von Flensburg aus global vernetzt untersucht, zusammengetragen und weiterverarbeitet werden. Bei den Publikationen kann aus der hiesigen Grenzland-Perspektive auch um ganz greifbare Themen wie mehrsprachige Ortsschilder gehen. Doch das ECMI hat an einigen Orten des Konfliktes in Europa seine klärende Handschrift hinterlassen, so zum Beispiel in der Kosovo-Verfassung.

Ministerpräsident Torsten Albig gratulierte am Mittwoch zum Jubiläum eines der Aushängeschilder des Landes: „Das ECMI genießt einen exzellenten Ruf in der internationalen Wissenschaftslandschaft. Von Flensburg aus wird mit internationalen Teams und Netzwerken gearbeitet, um weltweit die Konflikte zwischen Minderheiten und Mehrheiten zu lösen. Darauf können wir in Schleswig-Holstein wirklich stolz sein“, sagte Albig.

Das ECMI hatte seine Pforten 1996 zunächst als wissenschaftliche Anlaufstelle für friesische, dänische und deutsche Minderheiten im Grenzgebiet aufgemacht. Der erste Grenzlandbeauftragte der Landesregierung, Kurt Hamer (SPD), hatte 1991 den Anstoß für die Einrichtung des Instituts in Flensburg gegeben. Gemeinsame Stifter und finanzielle Unterstützer sind das Königreich Dänemark mit 50 Prozent, die Bundesrepublik Deutschland mit 27 Prozent und Schleswig-Holstein mit 23 Prozent. Die Vorstandsvorsitzende Tove Malloy hatte den den Standort Flensburg bei ihrem Antritt 2009 für eine derartige Einrichtung als „einmalig“ tituliert und sprach von einer neuen Ära.

Inzwischen richtet sich der Fokus vor allem nach Osteuropa, wo die Konflikte zwischen Minorität und Majorität des öfteren noch heißlaufen und politische wie gesellschaftliche Lösungen gesucht werden. Von den den inzwischen 17 Mitarbeitern des ECMI stammen zehn aus Ost,- oder Südosteuropa. Sie suchen grob gesagt nach empirischen Ansätzen, wie Minderheiten und Mehrheiten zum Vorteil aller besser miteinander auskommen.

Neben einem Empfang mit dem scheidenden Oberbürgermeister Simon Faber (SSW) und der Minderheitenbeauftragten des Landes, Renate Schnack, werde auch eine Studie zur Bedeutung der nationalen Minderheiten in Europa präsentiert, sagte eine Sprecherin. Die von der Minderheitenbeauftragten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) angestoßene Untersuchung befasst sich mit den Fähigkeiten von Minderheiten als Brückenbauer zwischen Staaten.

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erstellt am 07.Dez.2016 | 11:09 Uhr

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