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A7 bei Altholzkrug : 18 Menschen in einem Wohnmobil - Schleuser festgenommen

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Mann wollte die Menschen von Italien nach Skandinavien bringen. 2014 flüchtete er - jetzt wurde er wieder gefasst.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2016 | 13:37 Uhr

Altholzkrug | Die rumänische Polizei hat einen mutmaßlichen Schleuser festgenommen. Im September 2014 war er der Polizei in Schleswig-Holstein schon einmal entwischt - jetzt konnte er gefasst werden.

Zur Vorgeschichte: Im September 2014 hatte eine Streife der Bundespolizei auf der Autobahn in Richtung Dänemark ein Wohnmobil auf dem Parkplatz Altholzkrug bei Handewitt gestoppt. Während des Anhaltevorganges sprang der Fahrer und mutmaßliche Schleuser aus dem fahrenden Auto und flüchtete. Laut Polizei blieb eine großangelegte Fahndung mit einem Diensthund und einem Hubschrauber der Bundespolizei sowie diversen zusätzlichen Streifenwagen erfolglos.

In dem Wohnmobil fanden die Beamten 18 Migranten aus Palästina und Jordanien im Alter von fünf bis 68 Jahren. Der mutmaßliche Schleuser hatte eine Sitzbank und zwei Einzelsitze ohne Befestigung in das Wohnmobil gestellt, Sicherheitsgurte waren für die Insassen ebenfalls nicht vorhanden, so die Polizei. Während der gesamten Fahrt von Italien bis nach Schleswig-Holstein hatten die Menschen keine Pause. Uringeruch schlug den Beamten im Wohnmobil entgegen.

Zusätzlich war die Wohnmobiltür mit einem Schloss von außen verschlossen. In der Vernehmung sagte ein Mann aus, die Menschen hätten 650 Euro pro Person für die Fahrt von Italien nach Skandinavien gezahlt.

Kriminaltechniker der Bundespolizei hatten Spuren im Fahrzeug gesichert - unter anderem wurden an einer Getränkeflasche auf der Fahrerseite Fingerabdrücke festgestellt. Im Rahmen der Ermittlungen konnte eine Zuordnung zu einem 53-jährigen Rumänen erfolgen, dessen Fingerabdrücke in Schweden gespeichert waren. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Flensburg daraufhin einen europäischen Haftbefehl.

Ende Dezember konnte dieser Rumäne nun bei einer Kontrolle an einem Grenzübergang an der rumänisch/bulgarischen Grenze identifiziert und festgenommen werden. Der Gesuchte wurde in der letzten Woche durch Bundespolizisten nach Deutschland geholt und einem Richter am Amtsgericht in München vorgeführt. Der 53-Jährige wurde in Untersuchungshaft genommen und wird sich seinem Verfahren vor dem Amtsgericht Flensburg stellen müssen.

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