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Spendenaktion : 170.000 Euro gegen Flensburgs allergröße Not

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Er entstand aus der Adventshilfe: Der Bürgerfonds „Flensburg hilft“ ist nach nicht einmal drei Jahren eine Erfolgsgeschichte geworden.

Hier werden Menschen unterstützt, die anderswo durch alle Hilfsraster rutschten. Eine Mutter mit drei Kindern muss abrupt den gemeinsamen Haushalt mit dem Mann verlassen. Ein völliger Neubeginn stand bevor. Zum Glück findet sich eine Wohnung, Einrichtungsgegenstände können aus Spenden besorgt werden. In dieser absoluten Notsituation hilft der Bürgerfonds mit der Finanzierung von Kinderbetten.

Der „Bürgerfonds „Flensburg hilft“ ist ohne Zweifel eine Erfolgsgeschichte: Seit seinem Bestehen hat der Fonds, der 2011 durch Kirchenkreis, Stadt und Tageblatt ins Leben gerufen wurde, sage und schreibe 170 000 Euro an Menschen in Flensburg und Umgebung ausgeschüttet, die sich in einer existentiellen Notlage befanden.

Diese 170 000 Euro, die einzig aus Spenden von Bürgern Flensburgs und der Region zusammengekommen sind, wurden an 950 Antragsteller weitergegeben. Profitiert haben davon weit über 1000 Personen – denn häufig stehen hinter den Antragstellern ganze Familien in Notlagen.

Insofern ist der Bürgerfonds wahrlich eine Erfolgsgeschichte. Er konnte in Notsituationen die Spitze des Problems kappen und damit für Menschen über die mit der Geldauszahlung verbundenen Beratung Perspektiven eröffnen.

Die Gründe für existentielle Notlagen sind vielschichtig: Auf jeden Fall gehören geringes Einkommen, Krankheit, Arbeitslosigkeit, eine zu geringe Altersrente, Trennung und Scheidung dazu.

Zum Beispiel der Fall eines jungen Mannes, der Arbeitslosengeld-II-Empfänger war und psychisch erkrankte. In dieser Zeit konnte er Aufgaben im Haushalt und auch den alltäglichen Schriftverkehr nicht erledigen. Vieles blieb liegen, auch Rechnungen wurden nicht bezahlt. Kündigungen von Telefon- und Stromanschluss drohten. Nach dem Krankenhausaufenthalt konnte – auf Antrag des eingesetzten Betreuers – der Bürgerfonds mit einer Beihilfe helfen, dass das finanzielle Chaos etwas entwirrt wurde.

Die Zahl solcher und ähnlicher Notlagen ist konstant hoch bzw. wächst. So hat der Bürgerfonds dieses von Januar bis August schon 50 Prozent mehr an Anträgen erhalten als in 2012 in demselben Zeitraum.

Flensburgs Diakoniepastor Thomas Nolte kann angesichts dieses stark wachsenden Aufkommens nur appellieren: „Um weiter Menschen in Notsituationen zur Seite stehen zu können, benötigt der Bürgerfonds dringend Spenden.“

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erstellt am 07.Sep.2013 | 06:42 Uhr

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