Wohnung nahe der Exe : 17-Jährige in Flensburg erstochen – Bekannter des Opfers festgenommen

Das Haus in der Straße Zur Exe. Hier ereignete sich die grausame Bluttat.
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Das Haus in der Straße Zur Exe. Hier ereignete sich die grausame Bluttat.

Am Montagabend fand die Polizei die junge Frau. Sie verstarb noch vor Ort. Nachbarn sagen: Es gab häufig Streit.

shz.de von
13. März 2018, 17:34 Uhr

Flensburg | Bluttat in Flensburg: Am Montagabend wurde im Bereich des Stadtbezirks Exe eine junge Frau getötet. Das teilte die Polizei Flensburg auf Nachfrage von shz.de mit. „Polizei und Rettungskräfte wurden gegen 18.35 Uhr in eine Wohnung gerufen. Dort befand sich eine schwerverletzte 17-Jährige mit mehreren schweren Stichwunden“, sagte Christian Kartheus, Sprecher der Polizei Flensburg.

Sofort eingeleitete Reanimierungsversuche seien erfolglos gewesen. Die junge Frau verstarb noch am Tatort. Kartheus weiter: „Nach Auswertung der ersten Spurenlage können wir ein Tötungsdelikt nicht ausschließen.“ Gegen einen 18-jährigen Bekannten der Frau besteht ein Tatverdacht. Er befindet sich nicht in U-Haft, aber in Obhut der Polizei.

Die Tür zur Wohnung wurde versiegelt.
Foto: Gunnar Dommasch

Die Tür zur Wohnung wurde versiegelt.

 

„Die Ermittlungen laufen. Zum derzeitigen Stand werden wir den Tatverdacht nicht weiter konkretisieren“, so Kartheus. Auch zum Ablauf der Tat und wer die Polizei alarmierte, wollte sich der Polizeisprecher nicht weiter äußern. Offen ist auch, in welchem Verhältnis das Opfer und der Tatverdächtige genau standen. „Wir haben einen Gegenstand gefunden, bei dem es sich um die Tatwaffe handeln könnte“, sagte die Leitende Staatsanwältin der Flensburger Staatsanwaltschaft, Ulrike Stahlmann-Liebelt. Über Herkunft und Nationalität gab es noch keine Angaben.

Das Mehrfamilienhaus, in dem die Tat geschah, wird von 25 Mietern bewohnt. Es ist ein Neubau, der erst im Oktober 2016 bezogen wurde, nachdem ein Haus an gleicher Stelle durch Brandstiftung völlig zerstört worden war. Die getötete Mieterin B. war von Anfang an dabei. Ihre Wohnung befindet sich im 2. Stock. Nachbarn berichten, dass die 17-Jährige sehr oft Besuch von dem Tatverdächtigen gehabt habe.

„Man konnte denken, sie leben zusammen.“ Die beiden seien zunächst unauffällig gewesen, in der Vergangenheit sei es allerdings häufig zu Streit gekommen. „Es hat lautstarke Auseinandersetzungen gegeben, auch körperlich sind die beiden aneinander geraten“, sagt ein Mieter, der nicht genannt werden will. Am Tattag gegen 18 Uhr hatten Nachbarn noch laute Schreie gehört. Helfen konnten sie nicht mehr. Der mutmaßliche Täter wird im Verlauf des heutigen Tages noch einem Haftrichter vorgeführt. Über das Ergebnis soll am Mittwochvormittag berichtet werden. „Ermittelt wird wegen Totschlags“, sagt die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt zu shz.de.

In Berlin macht der gewaltsame Tod einer 14-Jährigen Schlagzeilen. Ein 15 Jahre alter Mitschüler hat gestanden, das Mädchen am vergangenen Mittwoch in Alt-Hohenschönhausen erstochen zu haben. Der Deutsche war am Sonntag in der Wohnung seiner Eltern festgenommen worden. Laut Staatsanwaltschaft ist das Motiv des mutmaßlichen Täters noch unklar. Es werde weiter ermittelt, auch im Umfeld des Opfers, hieß es am Dienstag. Ein Richter hatte am Montag Haftbefehl gegen den 15-Jährigen wegen Totschlags erlassen.

mit dpa

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