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Schleswig-Flensburg : 16 Millionen für Straßen und Brücken

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Bundesstraße 201 zwischen Schleswig und Tolk wird zeitweise voll gesperrt. Zudem gibt es Kritik an Reduzierung der Zuschüsse für kommunalen Straßenbau.

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erstellt am 09.Apr.2016 | 12:10 Uhr

Die A7 bleibt in ihrem nördlichen Abschnitt in diesem Jahr von Baustellen verschont. Autofahrer, die aus dem Norden kommend nach Hamburg oder weiter gen Süden wollen, haben zwischen dem Bordesholmer Dreieck und der Landesgrenze zu Hamburg genug Baustellen zu durchfahren. Dafür wird es in diesem Jahr auf kleineren Straßen einige Baustellen geben, von denen einige sogar zu Vollsperrungen führen werden. Das erläuterte Karl-Heinz Roos, Leiter der Niederlassung Flensburg des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr, anlässlich eines Besuchs von Verkehrsminister Reinhard Meyer in der Straßenmeisterei Flensburg.

So soll die B  201 zwischen Schleswig und der L  189 bei Tolk in diesem Jahr saniert werden. Da man im Zuständigkeitsbereich der Straßenmeisterei nur in Asphaltbauweise ohne Mittelnaht arbeite, müsse man die jeweiligen Abschnitte voll sperren und den Verkehr entsprechend umleiten. Deshalb werde der Abschnitt in drei Teile geteilt.

Ähnlich werde man auch an der L  193 zwischen Süderschmedeby und Bistoft verfahren, auch sie werden in drei Abschnitten saniert. Diese Maßnahme beginne in diesen Tagen, so Roos.

Vor dem Bau der A7 war sie eine viel befahrene Fernstraße, doch mittlerweile ist die frühere B  76 zur heutigen K  44 herabgestuft worden. Nichtsdestotrotz weist auch sie Straßenschäden auf und soll in diesem Jahr in einigen Abschnitten saniert werden. Auch weiter südlich im Raum Schleswig stehen Sanierungsarbeiten an. Zwischen der Hasselholmer Talbrücke und der Verbindung mit der B  77 müsse saniert werden, so Roos. In diesem Zusammenhang sagte er, dass man erwäge, den 2,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Talbrücke, die aus baulichen Gründen zweispurig sei, und der Gottorfer Brücke im Bereich der Landesgerichte zukünftig komplett zweispurig zu belassen. Zählungen hätten ergeben, dass
dies verkehrstechnisch möglich sei und nicht zu Behinderungen führen werde, so Roos.

„Machen wir denn auch die Brücken neu?“, fragte ihn Verkehrsminister Meyer. Roos antwortete ausweichend: „Bei der Gottorfer Brücke überlegen wir, ob man sie nicht abreißen und durch eine Kreuzung mit intelligenten Ampeln ersetzen könnte.“ Ein Brückenneubau würde sehr teuer werden. Insgesamt werde man 15 Millionen Euro für Sanierungsmaßnahmen ausgeben. Für kleinere Reparaturen an Brücken bleiben damit nur etwa 1,2 Millionen. Unter anderem gebe es an der Kappelner Drehbrücke über die Schlei etwas zu reparieren. Bei der Hasselholmer Talbrücke überlege er noch, durch erhaltende Maßnahmen die Lebensdauer zu verlängern.

Während der Minister die neuen Projekte für den Kreis in Flensburg vorstellte, beschwert sich der CDU-Landtagsabgeordnete Johannnes Callsen per Pressemitteilung darüber, dass die Landesregierung die Zuschüsse für den kommunalen Straßenbau „zum dritten Mal reduziert“ habe. Aus einer kleinen Anfrage, die Callsen selbst gestellt hat, geht allerdings hervor, dass es in den letzten Jahren nur zweimal weniger Geld gab. Demnach gab das Land 2013 gut drei Millionen Euro an Zuschüssen weiter, 2014 waren es mehr als 4,8 Millionen und im vergangenen Jahr knapp 2,8 Millionen. Im laufenden Jahr, so die Auskunft, können die Kommunen im Kreisgebiet mit 2,466 Millionen Euro für Straßenerhaltung und Radverkehr rechnen. Callsen sieht in der sinkenden Zuweisung eine „Vernachlässigung der Infrastruktur im ländlichen Raum“. Insgesamt acht Deckenerneuerungen, die der Kreis angemeldet habe, könnten nicht durchgeführt werden, weil der Förderrahmen des Landes nicht ausreiche. „Das ist ein Trauerspiel der Landesregierung“, sagte Callsen.

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