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Samstagabend in Flensburg : 1500 Flüchtlinge am Bahnhof – Flensburger Helfer erschöpft

vom
Aus der Onlineredaktion

Ausnahmesituation am Samstagabend: Die freiwilligen Helfer am Flensburger Bahnhof fühlen sich von der Stadt alleingelassen.

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2015 | 11:42 Uhr

Flensburg | Mit einer neuen Flüchtlingswelle kamen bis zum späten Sonnabend rund 1500 Flüchtlinge am Flensburger Bahnhof an. „Viele der Kriegsflüchtlinge wollen am Sonntag in Richtung Skandinavien mit der Bahn oder Bussen weiterfahren“, berichtet die Landtagsabgeordnete Simone Lange (SPD) am Abend auf dem Flensburger Bahnhof. „Das Wochenende mit dieser Vielzahl von gestrandeten Migranten, sprengt fast alle Vorstellungskraft, sagt Lange weiter.

<p>Seit Wochen reißt der Strom von Flüchtlingen nicht ab. Es werden entsprechend ständig neue Lebensmittel und neue Kleidung gebraucht. </p>

Seit Wochen reißt der Strom von Flüchtlingen nicht ab. Es werden entsprechend ständig neue Lebensmittel und neue Kleidung gebraucht.

Foto: Karsten Sörensen

Es werde versucht, allen zu helfen, bislang hätten sich mehrere Hundert Helfer am Bahnhof mit der Erstbetreuung der Flüchtlinge befasst, so die Abgeordnete. Wir fühlen uns auf Grund dieser Ausnahmesituation, von den hauptamtlichen Stellen der Stadt Flensburg allein gelassen, resümierte Lange weiter.

In einem Krisengespräch soll am Sonntagmorgen der Oberbürgermeister und die Verantwortlichen Stellung beziehen, wie effektiver geholfen werden kann, so Lange: „Ich habe ausdrücklich darum gebeten.“

Die Bahnhofhalle ist auch am Abend bis auf den letzten Meter mit Flüchtlingen gefüllt, die erst am kommenden Tage nach Norden weiterreisen können. Helfer kümmern sich um die vielen Kinder, es werden Stofftiere, Bälle und Spielzeug ausgegeben. Kleidung und Nahrungsmittel werden ausgegeben, Dolmetscher für alle arabische Sprachen stehen bereit. Das Netzwerk der Freiwilligen Hilfe funktioniert perfekt.

Auch eine 17-jährige Schülerin Alev Tan kümmert sich ehrenamtlich seit Mittwoch jeden Tag um die Bedürftigen am Bahnhof. „ Ich bin mit meiner Mutter und meinen Vater im Einsatz, die vielen kleinen Kinder tun mir sehr leid, sagt die Flensburgerin. Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, den Flüchtlingen beizustehen und zu helfen.“

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Foto: Karsten Sörensen

Neben Hilfskräften von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr der Fördestadt, leisten auch Helfer des DRK, den Maltesern und Kräfte von ASB ehrenamtlich Hilfe. Bis um Mitternacht werden die völlig erschöpften Migranten mit Bussen im Pendelverkehr in die Turnhalle der Realschule West gefahren. Hier stehen Helfer vom DRK bereit und betreuen die Kriegsflüchtlinge aus Syrien. Über 100 Feldbetten wurden organisiert. Viele der Flüchtlinge sind so erschöpft, dass sie ärzliche Hilfe benötigen.

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