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SBV-Richtfest : 150 Millionen für neue Wohnungen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Beim Richtfest an der Exe lässt SBV-Chef Raimund Dankowski erkennen, dass er gerne stärker aufs Tempo drücken würde.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Flensburg | So schlecht kann man an der Exe  /  Ecke Schützenkuhle nicht wohnen: Allein acht der 20 reservierten Wohnungen haben sich Mieter vormerken lassen, die bereits jene Brandnacht im November 2013 miterlebt haben, die die 20er-Jahre-Architektur Schützenkuhle 15 und An der Exe 2-4 unbewohnbar und wirtschaftlich unsanierbar gemacht hatte.

Damit sind nur noch 27 Wohnungen in den drei modernen Giebelhäusern mit Aufzug und großen Fensterfronten zu vergeben, die im Farbton ab dem Spätsommer ein Brücke vom roten Nachbarn Zur Exe zum gelben an der Schützenkuhle bilden sollen.

Insgesamt 47 neue Wohnungen für Flensburg, das sind 14 mehr, als der Selbsthilfe-Bauverein (SBV) vor gut zwei Jahren durch das Feuer verloren hatte – und eine Nachricht, die so gut ist, dass der Kieler Innenminister Stefan Studt trotz aktueller Knieprobleme mit Gehhilfen zum Richtfest für das 6,15-Millionen-Euro-Projekt in die Geburtsstadt seines Sohnes reiste. Dort erlebt der Minister zunächst einen Bauverein, der beim Bauen für Flensburg noch etwas stärker auf die Tube drücken möchte: 25 Millionen vom Land als Baukonjunkturprogramm für Flensburg? „Wir brauchen mehr“, fand SBV-Chef Raimund Dankowski und unterfütterte das bereits geplante Engagement seiner Genossenschaft für Flensburg mit folgenden Zahlen: Man werde in den kommenden gut fünf Jahren bis 2021/22 rund 150 Millionen Euro in neue Wohnungen investieren und allein 200 neue öffentlich geförderte Wohnungen bauen – glatt 60 Prozent dessen, was der SBV sich in diesem Zeitraum vorgenommen hat. In den drei neuen Giebelhäusern Zur Exe / Ecke Schützenkuhle werden die Bewohner von 32 geförderten Wohnungen für 5,20 Euro pro Quadratmeter mieten können, die übrigen 15 für 7,50 Euro frei finanziert. Es entstehen teilweise WG-geeignete Wohnungen zwischen 40 und 80 Quadratmetern, anteilig mit Balkonen und Aufzügen. Es müsse genügend bezahlbarer Wohnraum entstehen, damit sowohl alteingesessene Flensburger mit geringem Einkommen versorgt werden könnten als auch Asylsuchende in der Stadt integriert werden, findet Dankowski.

Minister Studt lobte, es sei gut, wenn die Genossenschaften vor Ort angesichts der Lage auf dem Wohnungsmarkt Verantwortung übernähmen – und freute sich vor allem, dass hier „barrierearmer“ günstiger Wohnraum für 5,20 Euro entstehe. Um das Tempo beim Neubau erhöhen zu können, müsse man vielleicht mal über die Vorschriften für Stellplätze oder Deckenhöhen nachdenken und die Genehmigungsverfahren verkürzen. Das Land zahlt dafür 2,85 Millionen Euro aus der sozialen Wohnraumförderung, dazu kommen rund 2,1 Millionen Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und 1,2 Millionen Euro eigene Mittel des SBV.

Da sprach er den Genossenschaftlern offenbar aus der Seele. Dankowski sieht für die wachsende Stadt Flensburg eine große Chance, wenn Wohnen und Bauen im Rathaus endlich zur Chefsache würden, erklärte er am Rande des Richtfestes, das beinahe ein „Dichtfest“ war, weil die meisten Dachpfannen bereits liegen. Er hofft: „Der Schwung kommt, wenn das Thema Chefsache ist.“

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