Steinberg : 15 Millionen Euro für Breitbandausbau

Stolz hält Verbandsvorsteher Michael Eichhorn (2.v.r.) den 15- Millionen-Euro-Bewilligungsbescheid in Händen, den er zusammen mit Geschäftsführer Gerd Aloe (r.) aus Berlin abgeholt hat. Mit den beiden freuen sich der zweite Geschäftsführer des Verbandes, Stefan Blanke (l.) vom Amt Hürup, und der Vorsitzende des Verbands-Ausschusses, Hermann Vollertsen aus Esgrus.
Stolz hält Verbandsvorsteher Michael Eichhorn (2.v.r.) den 15- Millionen-Euro-Bewilligungsbescheid in Händen, den er zusammen mit Geschäftsführer Gerd Aloe (r.) aus Berlin abgeholt hat. Mit den beiden freuen sich der zweite Geschäftsführer des Verbandes, Stefan Blanke (l.) vom Amt Hürup, und der Vorsitzende des Verbands-Ausschusses, Hermann Vollertsen aus Esgrus.

Freude über Bewilligungsbescheid in den Ämtern Hürup, Langballig und Geltinger Bucht.

shz.de von
24. März 2017, 13:20 Uhr

Steinberg | Stolz präsentierte Michael Eichhorn aus Wees, Vorsteher des Breitbandzweckverbandes Angeln, den Mitgliedern den 15-Millionen-Euro-Bewilligungsbescheid, den er zusammen mit Geschäftsführer Gerd Aloe im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin in Empfang genommen hatte. Rechtzeitig zur Verbandsversammlung waren die beiden zurück und sagten, es sei ein „gutes Gefühl“, diesen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt unterschriebenen Bescheid in Händen halten zu können. „Wir haben bei der Antragstellung alles richtig gemacht“, betonte Eichhorn. Denn längst nicht alle Antragsteller hätten den erhofften Bewilligungsbescheid erhalten. Damit ist die Finanzierung für den Breitbandausbau im Verbandsgebiet – zu dem gehören seit der Gründung im Sommer vergangenen Jahres die 28 Gemeinden der Ämter Hürup, Langballig und Geltinger Bucht – gesichert, wobei das Geld entsprechend dem Baufortschritt des 43-Millionen-Projektes abgerufen werden kann.

Angesichts der 15-Millionen-Zusage sagte Eichhorn unter dem Beifall der Verbandsmitglieder: „Es läuft.“ Bei aller Euphorie versäumte er es nicht, allen, die dazu beigetragen haben, dass der Antrag in Berlin positiv beschieden wurde, zu danken. Der Bewilligungsbescheid sei für den Breitbandzweckverband „unsere Lebensversicherung“. Und noch eine erfreuliche Nachricht hatte der Vorsitzende parat: Die Beraterleistungen – ausgeschrieben werden müssen Betrieb, Planung und Bau – werden zu 75 Prozent vom Land gefördert. Das alles stimme ihn zuversichtlich, so Eichhorn. Denn damit seien die Gemeinden frei von Risiken.

Derzeit ist der Verband auf der Suche nach einem Netzbetreiber. Das Interesse sei groß: Sechs Interessenten gehen nun in die dritte Bieter-Runde. Im Juni werde mit dem künftigen Betreiber ein Vertrag geschlossen, und dann könne „Gas gegeben“ werden. Notwendig sei in den noch „weißen Flecken“ des Verbandsgebietes mit rund 12  000 Haushalten eine Anschlussquote von 60 Prozent. Auf der Agenda des Verbandes stehen Anschlüsse mit 200 MB „frei Haus, bis ins Haus“. Eichhorn sprach davon, dass „wir jeden anschließen können“. Noch in diesem Jahr werde es zwecks Vermarktung einen Workshop des Verbandes geben. Der Fahrplan: Voraussichtlicher erster Spatenstich für das tausend Kilometer lange Leitungsnetz Anfang 2018, Fertigstellung Ende 2019/Anfang 2020. Der Verbandsvorsteher gab sich zuversichtlich, dass dieser Terminplan eingehalten werden könne und sieht auch keine Probleme bei den erforderlichen Tiefbauarbeiten.

Im weiteren Verlauf der Zusammenkunft der Verbandsmitglieder beschlossen diese eine Kooperationsvereinbarung zum Thema Breitbandausbau mit den Breitbandzweckverbänden Mittel- und Südangeln. Zu den weiteren Beschlüssen, die alle einstimmig erfolgten, gehörte, die Auftragserweiterung für den rechtlichen und technischen Berater vorzunehmen, ein EU-weites Vergabeverfahren für die Auswahl eines Netzplaners für den Betrieb eines NGA-Netzes (Netzwerktechnologie) und der Versorgung des unterversorgten Verbandsgebietes mit Breitbandprodukten. Der Verbandsvorsteher wurde beauftragt, gemeinsam mit der Verwaltung des Zweckverbandes dieses Ausschreibungsverfahren durchzuführen.

Kämmerer Henning Lorenzen vom Amt Hürup legte den diesjährigen Haushaltsplan vor. Seinen Ausführungen zufolge belaufen sich die Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit auf 742  000 Euro, die Auszahlungen auf 796  500 Euro, woraus sich ein Fehlbetrag von 54  000 Euro ergibt. Die Investitions- und Finanzierungstätigkeit ist mit Ein- und Auszahlungen von rund 3,9 Millionen Euro veranschlagt, wobei sich die geplante Kreditaufnahme für Investitionen auf insgesamt 2,7 Millionen Euro beläuft.

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