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15 Jahre Beratung für Frauen in vielen Lebenslagen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 00:33 Uhr

Die Jüngste war zwölf, die Älteste Anfang 50. Beide waren schwanger, doch die damit einher gehenden Probleme waren sehr unterschiedlich. 630 Menschen berät der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) jedes Jahr in seiner Beratungsstelle an der Dr.-Todsen-Straße. Seit 25 Jahren gibt es die Einrichtung als Außenstelle des SKF Kiel in Flensburg und hat sich seitdem fest im Netzwerk der frauenspezifischen sozialen Einrichtungen etabliert.

Als die Beratungsstelle 1988 am Hafendamm an den Start ging, musste Christel Hagedorn-ten Haaf noch mit Vorurteilen kämpfen: „Das Katholische war ein großer Hemmschuh und ist es zum Teil bis heute noch.“ Mittlerweile seien die Klischees jedoch aufgeweicht. Ohnehin werde jede Frau vom SKF beraten, völlig unabhängig von Konfession und Nationalität.

Bis 2000 durften die Beraterinnen nach einer Schwangerschaftskonfliktberatung auch die gesetzlich vorgeschriebene Bescheinigung ausstellen, bis der Vatikan dies in ganz Deutschland untersagte. Auch heute noch kommen Frauen, die über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken, in die freundliche Drei-Zimmer-Wohnung zwischen Südermarkt und Deutschem Haus; für die Bescheinigung müssen sie jedoch eine andere Beratungsstelle aufsuchen.

Der Beratungsbedarf sei in den zurückliegenden Jahren eher gestiegen, die Probleme werden komplexer, berichtet Christel Hagedorn-ten Haaf. Die Probleme sind weit gefächert: „Da kommt die gut ausgebildete Frau, die das gewünschte Kind bekommt – aber plötzlich will der Partner nicht mehr. Oder es kommt das dritte oder vierte Kind, das nicht mehr geplant war. Oder ein junges Mädchen, das noch zur Schule geht, ist schwanger und weiß nicht, wie es weiter gehen soll.“ Finanzielle Fragen spielen ebenso eine Rolle wie das Problem der Kinderbetreuung. Frauen mit Kindern bis zu drei Jahren können in die Beratung kommen. Ganz wichtig: „Die Frau bestimmt, was das Thema ist.“

Mittlerweile bietet der SKF auch eine Mutter-Kind-Gruppe und eine Gruppe für Alleinerziehende an. Heute steht um 14.30 Uhr ein Fachvortrag auf dem Programm. Thema: „Wie kann ich die Eltern für ihr Kind begeistern? Möglichkeiten videogestützter Beziehungsförderung in der Beratung“.

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