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Flensburg, Viöl, Schleswig : 14-Jähriger liefert sich Verfolgungsjagd mit Polizei

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein 14-Jähriger stiehlt einen Chevrolet und rast damit übers Land - verfolgt von der Polizei. Er schlingert, kollidiert mit einer Verkehrsinsel, rammt Streifenwagen. Und fährt immer weiter.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2014 | 14:27 Uhr

Flensburg | Filmreif hat ein 14-Jähriger am Dienstagmorgen die Polizei auf Trab gehalten – mit einem gestohlenen Chevrolet. Gegen 2 Uhr fiel einer Streife in Flensburg am Fördepark in der Schleswiger Straße ein weißer Geländewagen auf, der deutlich zu schnell unterwegs war. Als dem Wagen auch noch das Heck ausbrach, entschieden die Beamten den Fahrer zu kontrollieren.

Haltesignal und Blaulicht mit Martinshorn ignorierte der Junge und beschleunigte den Chevrolet auf zwischenzeitlich 120 Kilometer pro Stunde. Die Verfolgungsjagd ging über die Schleswiger Straße in Richtung Innenstadt. Danach bog er über die Straßen Zur Bleiche und die Husumer Straße in Richtung B200 ab und raste auf der Bundestraße stadtauswärts in Richtung Südwesten weiter. Dabei beschleunigte der 14-Jährige seinen Geländewagen nach Polizeiangaben auf bis zu 200 Kilometer pro Stunde, geriet gelegentlich auf die angrenzende Bankette oder gegen Kantsteine. Immer wieder gelang es dem Fahrer, den Wagen wieder unter Kontrolle zu bringen und die Flucht fortsetzen.

In Höhe der Autobahnbrücke an der A7 überholte er einen Schwertransport, der von der Polizei begleitet wurde. Zwischenzeitlich waren einige Streifenwagen der Flensburger Polizei und von Umlanddienststellen beteiligt. Eine Straßensperre wurde errichtet, die der Flüchtende aber umfuhr.

Immer weiter raste der junge Flüchtige - immer verfolgt von der Polizei. Von Wanderup ging es in Richtung Husum. Der Fahrer wendete den Geländewagen in Viöl und fuhr in Richtung Schleswig weiter - und dort ging es im hohen Tempo weiter durch das Schleswiger Stadtgebiet.

Bei Jagel verließ der Beifahrer - ein 16-jähriger polizeibekannter Flensburger - den Geländewagen. Er ließ sich widerstandslos von der Polizei festnehmen. Der 16-Jährige war bereits am Montagabend gegen 23.50 Uhr von Polizisten angehalten worden - auf einem offenbar entwendeten Motorroller.  Die Polizisten leiteten ein Ermittlungsverfahren ein und benachrichtigten die Erziehungsberechtigten. Danach entließen sie den Flensburger aus dem Arrest.

Die Verfolgungsjagd ging unterdessen weiter: Auf der B77 bei Busdorf kollidierte der Jugendliche noch mit der Verkehrsinsel eines Kreisverkehrs. Dabei platzte ein Reifen. Der Wagen ließ sich nur noch mit Tempo 50 fahren und qualmte sehr stark.

In Höhe des Rastplatzes Wikingerland gelang es dann zwei Streifenwagen den Chevrolet während der Fahrt einzukeilen. Der 14-Jährige reagierte durch Gas geben und bremsen, wodurch er sich wieder Platz verschaffte. Dabei rammte er die Streifenwagen – bei einem lösten die Airbags aus. Der Junge fuhr weiter - bei Jagel stoppten die Polizisten ihn schließlich. Der 14-Jährige bedrohte die Beamten mit einem Messer – die setzten Pfefferspray ein und nahmen ihn fest.

Der Junge gestand der Polizei: Bei einem Einbruch im Raum Rendsburg-Eckernförde habe er den Chevrolet gestohlen und 16-jährigen Beifahrer auf eine Spritztour durch Flensburg eingeladen. Ein entsprechend umfangreiches Ermittlungsverfahren wurde gegen den 14-Jährigen eingeleitet. Unter anderem werden Tatbestände wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Gefährdung des Straßenverkehrs, besonders schweren Falls des Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Körperverletzung und Sachbeschädigung geprüft.

Bei der Verfolgungsfahrt kam es zu diversen Schäden an drei Streifenwagen. Zwei Beamte verletzten sich dabei leicht. Es entstand Sachschaden in Höhe von mehreren zehntausend Euro.

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