Mietwohnungen für Flensburg : 120 neue Wohnungen für die Rude

Wohnen zwischen Kleingärten und Gewerbe: Das Planungsgebiet im Winkel Schleswiger Straße und Zur Bleiche.
Wohnen zwischen Kleingärten und Gewerbe: Das Planungsgebiet im Winkel Schleswiger Straße und Zur Bleiche.

Schleswiger Straße / Zur Bleiche: Hier sind Wohnraum zur Miete, Gewerbe und Einheiten für Studenten geplant.

shz.de von
21. Juni 2018, 06:52 Uhr

Flensburg | Weniger Grün, mehr Verkehr – dafür aber neuer Wohnraum an der Bleiche. Im Rahmen einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung informierten Stadt, Planungsbüro und Architekt über das Vorhaben, für das Baubeginn frühestens 2020 sein kann. Das öffentliche Interesse – überschaubar. Ein Dutzend Zuhörer war ins Technische Rathaus gekommen: Anwohner, Kleingärtner und Mitglieder des Seniorenbeirats.

Es geht um 80 bis 85 Mietwohnungen plus 40 studentische Einheiten – in einer Größenordnung von 65 bis maximal 120 Quadratmetern. Ein Viertel davon ist dem sozialen Wohnungsbau vorbehalten. Die Gebäude, zum Teil mit Balkonen versehen, stellen sich nach den vorläufigen Entwürfen des Architekten Martin Keil in schlichter Würfelform dar, mit vier bis fünf Vollgeschossen plus Staffelgeschoss. Investor ist die OSR Holding mit Sitz am Fördeufer in Flensburg.

Das sieben Hektar große Grundstück, das bebaut werden soll, liegt hinter dem Dänischen Bettenlager und Wohngebäuden (FAB) an der Straße Zur Bleiche und wird das Lagergebäude der Firma Queisser Pharma (Schleswiger Straße) zum Nachbarn haben. Östlich und westlich wird es vom Katasteramt und einer Kleingartenkolonie begrenzt. Dem Planungsbüro „effplan“ zufolge handelt es sich um eine Parkanlage, „die nie als Naherholungsraum genutzt worden ist. „Der Baumbestand wird beseitigt“, erklärte Diplom-Ingenieurin Sophie Rossow. Artenschutzrechtliche Belange werden gleichwohl eine Rolle spielen; ein Gutachten zur Lärm- und Geruchsemission sei in Auftrag gegeben, hieß es weiter.

In einer Tiefgarage können 58 Fahrzeuge Platz finden, zudem gibt es zehn oberirdische Parkmöglichkeiten; für die Studenten stehen lediglich 18 Stellplätze zur Verfügung – dafür lassen sich auf dem Areal locker 200 Fahrräder abstellen.

Martin Keil pries die gute Anbindung an den ÖPNV wie auch zur Umgehung und Autobahn. „Außerdem ist man schnell in der Innenstadt.“ Von den Anwohnern gab es Bedenken wegen einer zu hohen Verkehrsbelastung. „Die Bleiche ist kontinuierlich voll mit Autoschlangen“, sagte ein benachbarter Mieter. Er schlug deshalb eine Ausfahrt zur Schleswiger Straße vor.

Eine noch nicht festgelegte Zahl an Wohneinheiten könnte als Angebot für Wohngruppen vorgehalten werden. Die avisierten „kulturellen und sozialen Zwecke“ wurden nicht weiter konkretisiert. In größeren Wohnungen im Erdgeschoss sollen aber Voraussetzungen für die Entwicklung einer privaten Kindertagesbetreuung geschaffen werden.

Vermieter anliegender Häuser befürchten, dass die Neubauten zu dicht an die Altbestände heranreichten. Martin Keil versuchte zu beruhigen: Der Abstand betrage zwischen 15 und 20 Meter. „Bis zu zwölf Meter wären bei einer Nachverdichtung vertretbar.“

Gisela Leonhardt vom Flensburger Seniorenbeirat bohrte noch einmal nach, ob die anliegenden Kleingärtner etwas zu befürchten hätten. Immerhin seien 95 Prozent dort vermietet. Sitzungsleiter Arne Rüstemeier (CDU) verwies auf das Kleingartenentwicklungskonzept der Stadt und erklärte: „Es ist keine Entwicklung auf das Gelände der Kleingärtner beabsichtigt.“

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