Neuer Bürgerservice : 115 – der schnelle Draht zum Rathaus

Bei Kurzruf 115 kommt nicht der Oberbürgermeister – aber Information: Maria-Theresia Schlütter, OB Simon Faber und Projektleiter Leif Mensing (v.l.) mit der Kurznummer.
Bei Kurzruf 115 kommt nicht der Oberbürgermeister – aber Information: Maria-Theresia Schlütter, OB Simon Faber und Projektleiter Leif Mensing (v.l.) mit der Kurznummer.

Flensburgs Verwaltung ist ab sofort mit einem Callcenter verbunden: Alle Informationen können von 8 bis 18 Uhr unter der Kurzwahl 115 erfragt werden.

shz.de von
19. Juli 2015, 08:30 Uhr

Flensburg | Wenn alles gut geht, gibt es eine klassische Win-Win-Situation. Ab sofort führt der direkte Draht zur Flensburger Stadtverwaltung über die Kurzwahl 115. Als vornehmliche Ziele verfolgt die Verwaltung mit diesem Angebot einen deutlich verbesserten Bürgerservice bei gleichzeitiger Entlastung des Rathaus-Personals. Maria-Theresia Schlütter, Leiterin des Fachbereichs Zentrale Dienste, Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf stellten das Projekt gestern gemeinsam mit den Projekt-Verantwortlichen vor. Leif Mensing (auf städtischer Seite) und Oliver Voigt (Land) haben Flensburgs Verwaltungs-Informationen aufbereitet, erweitert und damit die Datenbank Zuständigkeitsfinder Schleswig-Holstein – kurz Zufisch – gefüttert. Auf Zufisch wiederum können 120 geschulte Servicekräfte eines dem Bezirksamt Wandsbek in Hamburg angegliederten Callcenter zugreifen, die ans Telefon gehen, wenn in Flensburg oder den anderen angeschlossenen Städten, Gemeinden und Kreisen jemand die 115 wählt. „Im Prinzip sind die gleichen Daten auch online abrufbar, aber viele Leute ziehen eine telefonische Auskunft vor.“ Die bisherigen Erfahrungen zeigen, so Voigt, dass überwiegend Informationen nach Erreichbarkeit, Zuständigkeit, Gebühren, erforderlichen Unterlagen oder Ansprechpartnern gewünscht werden. Schwierigere Fälle können vom Call-Center auch direkt weiterverbunden werden, sagt Mensing.

Als Projektverantwortlicher in der Verwaltung sieht er noch viel Potenzial im neuen System – zum Beispiel die Möglichkeit mehrsprachiger Kommunikation. Noch ist das Zukunftsmusik – aber auch andere Nutzer dürften daran Interesse haben. Nach Angaben Voigts sind die Landkreise Schleswig-Flensburg, Nordfriesland, Dithmarschen, Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg angeschlossen. Neben der Millionenstadt Hamburg sind Kiel, Flensburg, Harrislee und bald auch Schleswig dabei. Ein weiterer Vorteil an der Kurzrufnummer sei, dass Zufisch auch Funktion als Schnittstelle zu den Informationen über die für den Bürger relevanten Landes- und Bundesbehörde vorhalte.

Für Flensburg wird es zunächst darum gehen, die Akzeptanz des neuen Angebots zu beobachten. Mensing räumt ein, dass anders als die Notrufnummern 110 oder 112 die 115 gebührenpflichtig ist – zum normalen Gebührensatz des jeweiligen Anbieters. „Im Festnetz haben die meisten Leute ohnehin eine Flatrate“, sagt er. Versuche mit diversen Mobilnetzen hätten ergeben, dass eine durchschnittliche Anfrage mit 60 Sekunden Dauer durchschnittlich nur 9 Cent kostet. Maria Theresia Schlütter geht davon aus, dass der Erfolg von 115 im Verwaltungsalltag zu messen sein wird. Dann nämlich, wenn die vielen Anrufe in den Abteilungen der Fachbereiche weniger werden. Schlütter: „Da kommt an manchen Tagen unheimlich viel rein, was uns von der eigentlichen Arbeit abhält.“ Die neue Nummer ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr zu erreichen.

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