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Flensburger Tageblatt

25. September 2017 | 20:59 Uhr

1100 Einsätze im Jahr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Feuerwehr: Brände löschen, Menschen und Tiere retten, Sachschäden abwenden.

Auch die Flensburger Berufsfeuerwehr ist beim Blaulichttag am Sonnabend an Flensburgs Hafenspitze (10 bis 17 Uhr) vertreten.

Seit 113 Jahren sorgt die Berufsfeuerwehr in Flensburg dafür, dass sich die Bürger sicher fühlen können. Zu rund 1100 Feuerwehreinsätzen rückt sie im Jahr aus, im Durchschnitt drei Mal am Tag, um Brände zu löschen, Menschen nach Verkehrsunfällen zu befreien, Tiere zu retten, Sachschäden abzuwenden. Nachts und am Wochenende wird sie durch die sechs Freiwilligen Feuerwehren der Stadt unterstützt.

30  000 Mal rückt die Berufsfeuerwehr zu Rettungsdiensteinsätzen und Krankentransporten aus, 300 Mal davon nach Dänemark. Für besondere Einsatzsituationen verfügt die Berufsfeuerwehr über Sondereinsatzgruppen: Taucher, Höhenretter, für die Schiffsbrandbekämpfung und Verletztenversorgung auf See.

Diese Angst um die Gesundheit, das eigene Haus, die eigene Stadt war die Triebfeder dafür, dem Brandschutz ein professionelles Fundament zu stellen. Bis in das 17. Jahrhundert war die Brandbekämpfung Sache des Hausherrn und seiner Nachbarn. Als ihren ersten Feuerwehr-Hauptmann stellte die Stadt 1691 Detlev Buroß ein, der sich als charakterfest und tüchtig herausgestellt hatte. Seinen Sold bekam er allerdings nur ausgezahlt, wenn es tatsächlich brannte – genau wie die kleine Truppe von Löschhelfern, die Buroß um sich sammelte. Diese Truppe musste regelmäßig unter den Augen des Stadtkämmerers Übungen absolvieren.

Danach wurde Flensburg immer größer. Neue Industriebetriebe brachten neues Gefahrenpotenzial. In Ergänzung des Brandcorps wurde 1873 eine freiwillige Feuerwehr mit 90 Mitgliedern gegründet. Ihre Schlagkraft demonstrierte sie vier Jahre später, als ein Blitz den Turm der Nikolaikirche in Brand setzte. Geradezu lächerlich waren um den Beginn des 20. Jahrhunderts die Bestimmungen, wie Alarm auszulösen war. Bis es so weit war, hatte sich manches kleine Feuer zum Großbrand entwickelt. Als dadurch wieder einmal Menschenleben in Gefahr gerieten, beschloss die Stadt am 8. April 1904 die Gründung der Berufsfeuerwehr. Mit neun Mann nahm sie am 1. Dezember 1904 ihren Dienst auf. Chef: Georg Jost.

Die Professionalisierung des Löschwesens lief parallel mit der Entwicklung der Feuerlöschtechnik. Motoren wurden immer leichter und konnten auf die Spritzenfahrzeuge als Pumpenantrieb montiert werden.

Technik hin oder her – wichtig sind die Feuerwehrleute. Der Brand im Schuhhaus Peetz 1984, im Jahr des Stadtjubiläums, lieferte den Beobachtern unvergessliche Szenen: Feuerwehrleute versuchten, auf Mauerkanten balancierend und einen schweren Schlauch auf der Schulter, an das durchbrennende Dach heranzukommen. Kollegen behielten auf dem Holm die Entwicklung des Großfeuers im Blick. Als die lodernden Flammen die Schaufensterscheiben sprengten, ließ die Gluthitze die Schutzvisiere der Helme vor den Gesichtern der Feuerwehrleute schmelzen. Doch die Männer hielten durch und schafften es, die Nachbarschaft zu schützen.

Bei der Berufsfeuerwehr arbeiten 116 Mitarbeiter. Um Berufsfeuerwehrfrau oder -mann zu werden, muss eine handwerkliche Vorbildung nachgewiesen werden. Und es gibt einen Einstellungstest.

www.berufsfeuerwehr.flensburg.de

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