Steinbergkirche : 1000 Unterschriften für einen Arzt

Übergabe der Unterschriften: Jürgen Schiewer (l.) und Kai Christiansen mit Bianca Hartz von der Kassenärztlichen Vereinigung.
Übergabe der Unterschriften: Jürgen Schiewer (l.) und Kai Christiansen mit Bianca Hartz von der Kassenärztlichen Vereinigung.

Hausarztversorgung in Steinbergkirche: CDU-Ortverband übergibt Unterschriftenliste an Kassenärztliche Vereinigung.

shz.de von
13. Mai 2018, 12:00 Uhr

Mit über 1000 Unterschriften im Gepäck haben sich die Mitglieder der CDU Steinbergkirche / Quern auf den Weg zur Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein nach Bad Segeberg gemacht. Der Grund dieser Reise war die die ärztliche Versorgung in ihrer Heimatgemeinde. Die Delegation unter Führung des CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Jürgen Schiewer wollte ergründen, wie die Chancen stehen, den Arztsitz des praktischen Arztes Henning Braun über den 31. Mai hinaus für Steinbergkirche zu sichern.

Braun hat seine Praxis Mitte Dezember 2017 aus Altersgründen geschlossen. Sein Arztsitz wurde daraufhin von der Kassenärztlichen Vereinigung ausgeschrieben. Um Bewegung in die Arztsuche zu bringen hatte der CDU-Ortsverband zwei großflächige Werbebanner an der Nordstraße aufgestellt, auf denen um Ärztinnen und Ärzte für Steinbergkirche geworben wurde. Tatsächlich meldeten sich inzwischen vier Ärztinnen und Ärzte und bekundeten ihr Interesse an einer Tätigkeit in Steinbergkirche. Dem selben Ziel, nämlich dem Erhalt des Arztsitzes, diente auch die von der CDU initiierte Unterschriftenaktion.

Ihr sei die kritische Situation in Steinbergkirche durchaus bewusst, kommentierte die zuständige Leiterin für Zulassung und Praxisberatung bei der Kassenärztlichen Vereinigung, Bianca Hartz, die übergebenen Unterschriftenlisten. Bei einem Versorgungsgrad von rechnerisch über 112 Prozent im Versorgungsgebiet Kappeln sei jedoch die Aussicht für Steinbergkirche sehr gering, einen Arztsitz zu erhalten, wenn der Sitz von Henning Braun verfalle. Allerdings bedürfe es bei der derzeitigen Ausgangslage lediglich eines kurzen Schreibens von Henning Braun an die Kassenärztliche Vereinigung, um die Bewerbungsfrist um seinen Arztsitz um ein Jahr auf den 31. Mai 2019 zu verlängern, machte sie ihren Gesprächspartnern von der CDU Hoffnung. Diese Zusage von Dr. Braun gibt es inzwischen.

Darüber hinaus erhielten die Mitglieder des CDU-Ortsverbandes zahlreiche Informationen, wie weiter vorzugehen ist, welche Möglichkeiten für die Gemeinde bestehen, selbst aktiv zu werden und welche Fördermittel in Anspruch genommen werden können, um auch künftig in Steinbergkirche eine Arztpraxis wirtschaftlich betreiben zu können.

So werde die Gründung einer Filialpraxis in Steinbergkirche genauso gefördert, wie die Schaffung einer Gemeinschaftspraxis. Die Vertreterin der Kassenärztlichen Vereinigung machte gegenüber der CDU ebenso deutlich, dass man sich als Gemeinde engagieren müsse, um auch in Zukunft die wohnortnahe ärztliche Versorgung zu sichern. Aus den derzeitigen Erfahrungen würden größte Chancen für Steinbergkirche wohl aus der Schaffung einer Gemeinschaftspraxis erwachsen, in der alle bisher vorhanden drei Arztsitze vereint würden. Hier bestünden laut KVSH unterschiedliche Möglichkeiten der Realisierung

„Die CDU ist mit allen interessierten Ärztinnen und Ärzten im Gespräch und versteht sich als Mittler zwischen den heimischen Ärzten, den interessierten Kollegen und der Kassenärztlichen Vereinigung“, erklärte Schiewer.

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