Stadtwerke Flensburg : 100 Millionen Euro für Flensburgs schnelles Internet

Bei den milden Temperaturen wird weiter gebuddelt: Fernmeldetechiker Nico Lawrenz montiert eine Glasfaser-Hausanschlussmuffe im Glasfasernetz der Stadtwerke.
Bei den milden Temperaturen wird weiter gebuddelt: Fernmeldetechiker Nico Lawrenz montiert eine Glasfaser-Hausanschlussmuffe im Glasfasernetz der Stadtwerke.

Stadtwerke haben seit knapp 20 Jahren bereits 400 Kilometer Kabel verlegt

Carlo Jolly. von
06. Januar 2015, 14:00 Uhr

Mehr Videostreams, mehr Internet-Fernsehen, mehr Online-Videotheken: Der Bedarf für schnelleren Datenaustausch steigt auch in und um Flensburg rasant an. Allein zwischen 2007 und 2012 hat es sich auf 12,5 Milliarden Gigabyte bundesweit praktisch verdoppelt.

Im Kernversorgungsgebiet der Flensburger Stadtwerke (Flensburg, Harrislee, Glücksburg) sollen alle rund 60  000 Haushalte langfristig an das Glasfasernetz des Energieversorgers angeschlossen werden. Die Stadtwerke bauen bereits seit mehr als 18 Jahren Glasfasernetze im eigenen Gebiet – knapp 400 Kilometer sind so seit 1995 zwischen der dänischen Grenze und Glücksburg entstanden. „Pro Jahr sind zuletzt zwischen zwölf und 50 Kilometer dazugekommen“, berichtet Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen.

Zugleich ertüchtige die Deutsche Telekom derzeit in Flensburg ihre Kupferkabel. Wenn im Moment in Flensburgs Straßen für die Verbesserung der Telekommunikation gebuddelt werde, sei dies zu 95 Prozent die Telekom. Aber auch die Stadtwerke verlegen bei zukünftigen Baumaßnahmen und Neubaugebieten grundsätzlich eigene Glasfaserkabel mit.

Dabei sind die potenziellen Kosten gewaltig. Einen Vollausbau im eigenen Netzgebiet innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre beziffert Holdensen mit rund 100 Millionen Euro. Die geschätzten 60 Millionen Euro Kosten für den Tiefbau könnten durch Mitverlegung bei ohnehin geplanten Bauvorhaben um zehn bis 15 Millionen Euro verringert werden.

Dabei wird die Technik immer leistungsfähiger. Vor zehn Jahren seien noch Kabelstränge mit 24 Fasern in einer Straße verlegt worden. Heute seien es Bündel mit 192 einzelnen Fasern, jede davon mit 0,001 Millimetern dünner als ein Menschenhaar. Zugleich hätten die Stadtwerke bereits 40 große Firmenkunden komplett mit Glasfaser ausgestattet – darunter das Kraftfahrt-Bundesamt, die Fachhochschule, Orion, die Flensburger Fahrzeugbau-Gesellschaft oder Nordschrott.

Im Gegensatz zum Stromgeschäft, in dem die Flensburger Stadtwerke mittlerweile bundesweit erfolgreich sind und überregional schon doppelt so viele Kunden haben wie im Heimatgebiet an der Förde, werde es in der Telekommunikation allerdings gar keine Angebote an Endkunden geben, sagt Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen: „Wir werden uns auf Netze und Wartung beschränken.“

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