100 Jahre Burghof: Feiern und Saubermachen

Wieder wie neu: Der Brunnen mit dem Fischer-Jungen in der Mitte des Burghofes. Foto: staudt
Wieder wie neu: Der Brunnen mit dem Fischer-Jungen in der Mitte des Burghofes. Foto: staudt

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19. Oktober 2010, 06:42 Uhr

Flensburg | Vormittags wurden Hof und Keller gereinigt, nachmittags und abends das runde Jubiläum gefeiert: Der Burghof, eines der bekanntesten städtebaulichen Ensembles in Flensburg, ist in diesem Jahr 100 Jahre alt. Der Beirat und die Burghof-Initiative der Wohnungseigner und Bewohner hatten am Wochenende zu der Feier in den Hof eingeladen.

Die Wohnanlage zwischen Marienstraße und Toosbüystraße entstand 1909 und 1910 nach Entwürfen des Stadtarchitekten Paul Ziegler und war als Gegenbewegung zu den Jugendstil-Bauten der Gründerzeit gedacht; diese findet man bis heute um die Ecke an der Toosbüystraße. Kennzeichen dieses Baustils sind die Verwendung heimischen Backsteins, aber auch klare Linien und schlichte Formen, wobei gewisse Ornamente und Verzierungen durchaus erlaubt sind. Die gesamte Anlage steht seit Jahren unter Denkmalschutz.

Mit großem Aufwand wurden die über 60 Wohnungen in den Jahren 1987 bis 1989 steuerbegünstigt saniert und einzeln verkauft, vor allem als Geldanlage. Groß war der Aufschrei wenige Jahre später, als raumgreifender Hausschwamm entdeckt wurde - es wurde eine millionenschwere Nachsanierung erforderlich, die viele der neuen Besitzer nicht tragen konnten. Mittlerweile hat es viele Besitzerwechsel gegeben, in den Boomjahren dieses Jahrzehnts haben viele Dänen Wohnungen im Burghof erworben, von denen einige auch hier wohnen.

Zu den letzten ursprünglichen Käufern aus den 80er Jahren gehören Barbara Schwaner-Heitmann und Holger Heitmann, die sich in der Burghof-Initiative engagieren und sich um vieles kümmern, obwohl sie nicht selbst hier wohnen. Sie freuen sich über die Sanierung der Brunnenfigur und über weitere Verbesserungen in der Hofanlage. Als Mitglied im Beirat, der Ansprechpartner für den Selbsthilfe-Bauverein als Verwalter der Anlage ist, hat Barbara Schwaner-Heitmann am Sonnabend die Gäste begrüßt und sie über Neuigkeiten sowie die 100-jährige Geschichte des Burghofs informiert. Und sie hatte auch die Musik mitgebracht - in Form ihres Sohnes Niklas Heitmann.

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