Förderung vom Bund : 1,6 Millionen Euro für die Kulturachse

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Elf Flensburger Kaufmannshöfe stehen auf der Liste der Schmuckstücke, die saniert werden müssen.

shz.de von
21. Januar 2015, 14:00 Uhr

Flensburg | Das Rückgrat der Flensburger Altstadt ist ein nationales Projekt des Städtebaus. Die deutsch-dänische Kulturachse vom Deutschen Haus bis zum Flensborghus wurde als einziges Projekt aus Schleswig-Holstein in dem 50 Millionen Euro schweren Bundesprogramm berücksichtigt. Oberbürgermeister Simon Faber präsentierte gestern den Zuwendungsbescheid über 1,6 Millionen Euro, der noch durch einen zehnprozentigen Aufschlag der Stadt erweitert wird.

Das Geld wird nach derzeitigem Stand komplett in die Sanierung von maximal fünf typischen Altstadthöfen fließen. Elf Höfe von der unteren Angelburger Straße (Nr. 11-15) bis zum nördlichen Abschnitt der Norderstraße (Nr. 80) wurden für das Programm ausgesucht. Jetzt geht es darum, die privaten Besitzer dazu zu motivieren, sich um einen Zuschuss zu bewerben – und selbst Geld in die Hand zu nehmen, um die Schmuckstücke aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.

Und das ist eine freundliche Umschreibung für den zum teil erbärmlichen Zustand, in dem sich einige der Höfe befinden. Viele der Hofgebäude stehen seit über zehn Jahren leer und sind dem Verfall preisgegeben. Die Hinterhäuser an der Angelburger Straße müssen seit dem Bau der Flensburg-Galerie abgestützt werden. Doch an zahlreichen Details lasse sich auch heute noch der Wert dieser Bausubstanz erkennen, wie Eiko Wenzel erläutert, städtischer Denkmalpfleger und Vater der Kulturachse.

Die Höfe werden künftig überwiegend für Wohnen genutzt, mutmaßt Wenzel. Für einige gebe es sogar schon Baurecht. Es sei ein ausdrücklicher Wunsch des Bundes, dass die Höfe später begehbar und damit Teil des wahrnehmbaren Stadtbildes werden.

Das Projekt habe eine „binationale Bedeutung“, so Faber, da mit dem Deutschen Haus und dem Flensborghus zwei zentrale Gebäude der Mehrheits- und der Minderheitsbevölkerung dabei seien. Wenzel wies darauf hin, dass die einmalige Hofstruktur der Flensburger Altstadt aus dem 16. Jahrhundert und damit aus der dänischen Zeit Flensburgs stamme.

270 Städte hatten sich bundesweit beworben, darunter acht aus Schleswig-Holstein. 20 kommen in den Genuss eines Bundeszuschusses, darunter neben Flensburg Städte wie Görlitz, Quedlinburg und Berlin. „Da befinden wir uns durchaus in guter Gesellschaft“, befand Faber.

Der große Saal des Deutschen Hauses sei einer der ganz wenigen deutschen Konzertsäle aus den 20er Jahren, die noch im Original erhalten seien. „Das ist auf dem Niveau des Bauhauses in Dessau“, vergleicht Eiko Wenzel. Allerdings gebe es sehr große technische Mängel, zum Beispiel bei der Beleuchtung. Hier gibt es erheblichen Erneuerungsbedarf. Es gebe Signale aus Kiel, dass es womöglich auch für diese Maßnahmen Förderungen geben könne.

Man habe sich entschieden, mit den Höfen zu beginnen, weil man so am ehesten private Investitionen auslösen könne. Die privaten Eigentümer hätten jetzt die vermutlich einmalige Chance, auf Zuschüsse von 200  000 bis 400  000 Euro pro Hof zugreifen zu können. Das Interessenbekundungsverfahren laufe bis Ende Februar. Das gesamte Programm läuft bis 2018.

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