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Flensburger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 11:54 Uhr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2013 | 12:53 Uhr

Goos wird in den Vordergrund gerückt



Zur Berichterstattung über die Bürgermeister-Wahl in Glücksburg

Ginge es nach dem Tageblatt, wir Glücksburgerinnen könnten uns den zweiten Wahlgang sparen. Sprachlich finden Frauen bei der Berichterstattung über die Wahl nicht statt, so dass hier sehr hintergründig dem bislang nur Zweitplatzierten zugearbeitet wird.

Schon zuvor wurde sich nach Kräften um den Kandidaten bemüht. Ab Montag vor zwei Wochen sollte jeden Tag eine Vorstellung erscheinen. Die Reihenfolge, die dann kam, war bezeichnend. Während in Glücksburg in alphabetischer Reihenfolge plakatiert wurde – Franke, Goos, Kuhlmann, Ruppert – kommt bei Ihnen natürlich Goos als Letzter vor der Wahl zum Zug. Und Sie setzen noch eins drauf: Damit die Vorstellung von Goos ganz nah am Wahltermin erfolgt, findet am Mittwoch keine Vorstellung im Tageblatt statt und Goos bekommt sein Forum am Freitag, nur zwei Tage vor der Wahl.

Aber dann, nach der ersten Wahl, geben Sie richtig Gas. Stichwahl für einen „Verwaltungschef“ lautet die Überschrift. Und dann das Foto! Der Kopf von Goos im Vordergrund, doppelt so groß wie der der Gewinnerin Franke im Hintergrund.

Goos verweigert jegliche Befragung in öffentlicher Versammlung und gibt uns Glücksburgerinnen damit zu verstehen: „Wählt mich, aber fragt mich nicht!“ Journalistische Aufgabe wäre es eigentlich herauszufinden, welche Gründe Kandidaten zwingen, sich der breiten Öffentlichkeit zu verweigern und stattdessen das intime Gespräch auf dem Marktplatz anzubieten. Die Unfähigkeit, sich auszudrücken, kann es jedenfalls nicht sein. Schließlich war Goos Pressesprecher des THW Kiel.

Auch in der SPD hat man anscheinend Probleme mit einer Frau an der Verwaltungsspitze. Laut der unterlegenen Kandidatin Ruppert ist Goos der einzige gewesen, der sich bei den Genossen vorstellen durfte. Dementiert wurde das von der SPD nicht.



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