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City Flensburg Verkehr: Vier Projekte im Sommertest

Von jol | 20.04.2018, 06:34 Uhr

Industrie- und Handelskammer kritisiert Ampelabschaltung an der Rathausstraße – Kielseng-Umweltstreifen kommt nicht

Vier der fünf „Leuchtturm-Projekte“ zum Masterplan Mobilität hat der Umwelt- und Planungsausschuss für eine Testphase von drei Monaten beschlossen. Von Juli bis September testet Flensburg damit folgende vier Verkehrsprojekte, die alle bereits Vorbilder in anderen Städten haben:

> familienfreundliche Mobilität: Neun Familien erhalten für je einen Monat ein Elektro-Lastenfahrrad und eine übertragbare Monatskarte für den Bus. Im Gegenzug lassen sie in diesem Monat ihr Auto stehen.

> Leuchtturm-Ticket: Tagesticket ÖPNV (Stadt und Region) für maximal fünf Personen für 12 Euro.

> Parkletts: Umnutzung einzelner Pkw-Stellplätze (10 - 15 im Stadtgebiet, davon 3 bis 4 in der Innenstadt) am Straßenrand für Gastronomie oder Radparkplätze. Ziel: höhere Aufenthaltsqualität.

> Begegnungszone Rathausstraße: An der Kreuzung zur Fußgängerzone werden die Ampeln ausgeschaltet, für Autos gilt Tempo 20, der Bereich wird markiert und beschildert. Begegnungszonen („shared space“) gebe es international auch in Großstädten wie New York (Times Square). Nach drei Monaten sollen die Erfahrungen überprüft werden.

Nicht beschlossen wurde dagegen der „Umweltstreifen Ostufer“: An Kielseng und Ballastbrücke sollte pro Richtung eine Spur für Bus, Rad und Car-Sharing reserviert werden. Nach aktuellen Zählungen reicht ein Fahrstreifen je Richtung für den vorhandenen Kraftfahrzeugverkehr: Die reale Belastung betrage 10 000 Fahrzeuge, Platz sei indes für 40 000 Autos. CDU-Chef Arne Rüstemeier erklärte, man habe Probleme mit dem Kielseng-Projekt. Er könne sich aber vorstellen, dass mit den Veränderungen im Bereich Hafen-Ost neu nachgedacht werde. Axel Kohrt (SPD) erinnerte daran, dass die fertige Staße Kielseng ohnehin nach zwei Jahren überprüft werden solle.

Die IHK Flensburg begrüßt den Verzicht auf den Umwelt-Streifen. Der genannte Verkehrsabschnitt trage zu einer Entlastung der Straßen in Mürwik, Fruerlund sowie auf Jürgensby bei, so IHK-Vize Ulrich Spitzer. Das Rathausstraßen-Projekt sieht die IHK skeptisch. Sowohl der Fußgängerstrom zwischen Holm und Großer Straße als auch der Verkehr in der Rathausstraße seien so stark, dass eine Ampelregelung sinnvoll ist.