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Nach Tat auf Schulhof in Flensburg Haftbefehl gegen Messerstecher

Von ho | 16.03.2018, 08:00 Uhr

Nach Angriff auf Afghanen in der Eckener-Schule: 18-jähriger Syrer wegen Wiederholungsgefahr in U-Haft

Er war Wiederholungstäter. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft. Der 18-Jährige, der am Dienstag auf dem Pausenhof der Eckener-Schule einen Gleichaltrigen mit einem Messer und einem abgesägten Besenstiel attackierte, muss in Haft auf sein Gerichtsverfahren warten.

Bei dem Überfall in der großen Pause hatte das Opfer Prellungen und Platzwunden am Kopf davongetragen und musste stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. Wie die Polizei mitteilt, haben Täter und Opfer einen Migrationshintergrund. Beide sollen als unbegleitete jugendliche Flüchtlinge nach Flensburg gekommen sein – der Schläger stammt aus Syrien, das Opfer aus Afghanistan. Beide sind 18 Jahre alt. Über das Motiv konnte Polizeisprecherin Sandra Otte gestern keine Angaben machen. Im Hintergrund des tätlichen Angriffs im Raucherbereich steht offenbar eine nur kurze verbale Auseinandersetzung tags zuvor am Flensburger ZOB, so Thorkild Petersen-Thrö, Sprecher der Flensburger Staatsanwaltschaft. Angeblich hatte der junge Afghane, der in der Eckener-Schule eine Deutsch als Zweitsprache (DAZ)-Maßnahme besucht, den späteren Täter durch eine simple Frage so gereizt, dass der sich am nächsten Tag in Begleitung eine 15-Jährigen auf den Weg in die Friesische Lücke machte. Dort griff der syrische Heranwachsende sein Opfer mit Messer und Schlagstock an, mit beiden Waffen soll er auf den Kopf seines Opfers gezielt haben. Andere Schüler, die dem Angegriffenen beherzt zur Hilfe eilten, beendeten den Angriff, ehe Schlimmeres geschehen konnten. Da Zeugen über ihre Handys sofort die Polizei alarmierten, konnte der Täter von Polizeikräften schnell in Nähe der Schule gestellt und festgenommen werden.

Das Geschehen war genau der Zwischenfall, den die Eckener-Schule mit erheblichen Anstrengungen zu vermeiden versucht. Dietmar Post, stellvertretender Schulleiter, muss einräumen: 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht, aber im Schulzentrum an der Friesischen Lücke hätten Lehrer und Schüler gemeinsam ein Netz geknüpft, um Konflikte rechtzeitig zu erkennen und zu lösen. Das gelte besonders für den DAZ-Bereich in dem naturgemäß junge Menschen mit höchst unterschiedlichen Biografien und kulturellen Hintergründen zusammenkommen. „Die Kollegen haben stets ein offenes Ohr für die Nöte der Schülerinnen und Schüler. Wir geben Informationen schnell weiter und haben bisher aufkeimende Probleme schon im Vorwege lösen können“, so Post. Auch mit Hilfe der Polizei, zu der ein sehr kurzer Draht besteht. Dass jetzt von außen ein Konflikt gewaltsam in die Schule getragen wurde, habe man schlicht nicht vorhersehen können. „Wir haben mit der Nachbarschule 2500 Schülerinnen und Schüler, also eine große Schule mit vielen Augen. Da ist das Risiko für Täter hoch.