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Flensburg Grüne Idylle am östlichen Stadtrand

Von Joachim Pohl | 03.09.2010, 06:39 Uhr

So langsam füllt sich das Wohngebiet ganz im Osten der Stadt.

Ein Block mit Reihenhäusern steht vor der Fertigstellung, eine bislang für den Gemeinbedarf freigehaltene Fläche wurde "entwidmet" und kann jetzt ebenfalls an Interessierte für Wohnbebauung verkauft werden. Und dann sind nur noch ein paar Einzelgrundstücke zu haben.

Als Kauslund-Osterfeld vor rund zehn Jahren von den Stadtplanern "erfunden" wurde, war es etwas ganz Neues für Flensburg. Politiker wie der damalige Bauausschuss-Vorsitzende Knut Franck überschlugen sich fast vor Begeisterung: "Flensburger Filetstück mit städtebaulichen Perlen und die beste Bauplanung, die ich je gesehen habe", schwärmte er im Jahr 2001. Kauslund-Osterfeld war mit ursprünglich geplanten 170 Baugrundstücken auch eines der größten je in Flensburg aufgelegten Neubaugebiete. Tatsächlich wurde diese Zahl letztlich auf 150 reduziert, davon die weitaus meisten als Einzel- und Doppelhäuser.

Es liegt südlich der Nordstraße und zum Teil auch deutlich in Hörweite derselben - trotz Lärmschutzwalls. Begrenzt wird es im Norden durch die Kauslunder Straße, und im Süden reicht es fast bis an den Osterholzweg, wird aber von diesem durch einen nicht bebauten Grünstreifen getrennt. Dadurch sollte der Osterholzweg als typischer Angeliter Redder in seiner natürlichen Ursprünglichkeit erhalten bleiben.

Im Westen schließen sich ein Regenrückhaltebecken und ein Feuchtbiotop an das Baugebiet an: Hier fischt der Graureiher und paddeln die Blesshühner. In den frühen Morgenstunden herrscht hier die nahezu perfekte Naturidylle. An der Ostseite wurde ein neuer Fußweg vom Osterholzweg zur Kauslunder Straße angelegt; östlich davon sind die landwirtschaftlichen Flächen erhalten geblieben.

Ein breiter Grüngürtel mit Fuß- und Radweg durchzieht das Baugebiet von Ost nach West. Zu den Grundstücken hin wird er durch knickartige Bepflanzung abgegrenzt. Die ursprünglich definierte Qualität des Baugebiets zeigt sich auch an großzügig geschnittenen Flächen, Ausrichtung auf Süd- und Westrichtung, Plätze als Mittelpunkte, Anpassung an die Landschaft und Erschließung in Abschnitten, um die Belästigung der neuen Bewohner durch weitere Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten.

Geschäfte in Engelsby, Mürwik und Wees sind per Rad zu erreichen, Linienbusse fahren auf der Nordstraße und auf der Merkurstraße. Von jedem Haus ist man in einer Minute im Grünen, ob zum Wandern, Laufen oder Radfahren. Das Gebiet zwischen Kauslunder Weg im Norden und Osterholzweg im Süden ist sanft gewellt, im Osten weist es sogar kräftige Neigungen auf - typisches östliches Hügelland. Alter Baumbestand lockert die zuvor landwirtschaftlich genutzte Fläche auf.

Die drei Plätze an der Haupterschließungsachse sind als Spielstraßen ausgelegt und beschildert; theoretisch müssen Autofahrer hier das Tempo auf Schrittgeschwindigkeit drosseln. Ursprünglich wurden diese Flächen als "Qualitätsinseln" tituliert; die Häuser sollten hier besonderen architektonischen Ansprüchen genügen. Das ist allerdings nicht überall durchgesetzt worden.