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Flensburg "Flensburg wählen": Mit neuen Ideen in die Ratsversammlung

Von Joachim Pohl | 10.12.2012, 03:59 Uhr

Die kommunalpolitische Landschaft der Stadt bekommt Zuwachs: Am Sonnabend wurde die Wählerinitiative "Flensburg wählen!" gegründet.

Ihr Ziel ist es, bei der Kommunalwahl im Mai 2013 in die Ratsversammlung zu kommen. Doch damit nicht genug: "Wir wollen stärkste Fraktion werden", sagte gestern voller Selbstbewusstsein der 1. Vorsitzende Karsten Kuhls. Sein Stellvertreter ist ein aus der bestehenden Ratsversammlung bekannter Kopf: Jörg Pepmeyer aus der Akopol-Fraktion gehört ebenso zum Vorstand wie Birger Harzenetter, der von den Piraten kommt und den Posten des Schriftführers übernimmt.

Ausgangspunkt, so Kuhls, sei die mit 40 Prozent sehr niedrige Wahlbeteiligung bei der vergangenen Kommunalwahl. So könne es nicht weiter gehen in Flensburg. Der Politikverdrossenheit will die neue Wählergemeinschaft mit mehr Demokratie, Öffentlichkeit und Transparenz begegnen. Ziel sei es, "eine bürgernahe, soziale, kulturell vielfältige, nachhaltig wirtschaftende und lebenswerte Stadt" zu schaffen. Bis Februar soll jetzt ein detailliertes Wahlprogramm aufgestellt werden; Pepmeyer ist sich sicher, dass "Flensburg wählen" in allen Wahlbezirken mit eigenen Kandidaten antreten werde.

Das neue Bündnis bezieht sich explizit auf das "Gesunde Städte"-Programm der Weltgesundheitsorganisation; Flensburg ist seit 1991 im deutschen Netzwerk der Gesunden Städte vertreten, seit kurzem auch im dänischen. Kernpunkt des WHO-Programm sei der englische Begriff "empowerment": Die Menschen sollen in die Lage versetzt werden, sich selbstbewusst für ihre Interessen und die ihrer Mitwelt einzusetzen. Sollte es gelingen, die Ziele der Gesunden Städte umzusetzen, "erübrigen sich auch alle weiteren artifiziellen (Tourismus-) Marketingkonzepte - eine gesunde Stadt in einer gesunden Region wirbt für sich selbst", heißt in der Mitteilung von "Flensburg wählen".