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Jüdische Gemeinde in Flensburg „Wütend“ und „erschüttert“ – Reaktionen auf Bombendrohung gegen Synagoge

Von Heiko Thomsen | 10.11.2022, 17:12 Uhr | Update am 10.11.2022

Am Jahrestag der Reichspogromnacht (9./10. November 1938) ist gegen die jüdische Gemeinde in Flensburg eine Bombendrohung eingegangen. Stadtpräsident Hannes Fuhrig und Oberbürgermeisterin Simone Lange zeigen sich bestürzt.

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Der Anruf kam am Donnerstagnachmittag, am Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938. Wie ein Sprecher der Regionalleitstelle bestätigte, war um 16.06 Uhr eine Bombendrohung gegen die jüdische Gemeinde bei der Polizei eingegangen.

Die Drohung richtete sich gegen die Synagoge an der Friesischen Straße. Die Beamten handelten sofort und rückten mit mehreren Streifenwagen zum Einsatzort aus. Vor Ort wurde das Gemeindezentrum, in dem beim Eintreffen der Polizei noch Betrieb herrschte, vorsorglich geräumt. Zudem sperrte die Polizei die Friesische Straße zwischen der Mathildenstraße und der Nikolaiallee komplett ab.

Synagoge wurde durchsucht

Die Beamten der Polizei suchten das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde gründlich ab. Mehrere schwer bewaffnete und mit Schutzschilden ausgestattete Beamte bewachten das Gebäude. Verdächtige Gegenstände wurden nach Angaben der Regionalleitstelle nicht gefunden.

Gegen 17.25 Uhr beendeten die Beamten den Einsatz und gaben die Friesische Straße sowie die Synagoge wieder frei. Nach Angaben der Polizei dauern die Ermittlungen an.

Lange und Fuhrig verurteilen Drohung

Flensburgs Stadtpräsident Hannes Fuhrig und Oberbürgermeisterin Simone Lange verurteilten die Bombendrohung. „Mit großer Bestürzung haben wir erfahren müssen, dass unsere jüdische Gemeinde heute einer Bombendrohung ausgesetzt war. Die Jüdische Gemeinde in Flensburg ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft, so dass uns eine solche Drohung in den Grundfesten erschüttert“, teilen sie mit.

„Die zeitliche Nähe zum 9. November als einem der schwärzesten Tage in der deutschen Geschichte, als das Judentum in abscheulicher Weise Ziel von Aggression und Verfolgung wurde, macht uns besonders betroffen. Wir verurteilen die Tat auf das Schärfste und stehen fest zu unseren jüdischen Freunden.“

Europaabgeordneter Rasmus Andresen äußerte seine Bestürzung über den Vorfall auf Twitter.

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