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Brodersby Ein Internet-Radio für Tierfreunde

Von Tina Jäger | 24.03.2012, 08:08 Uhr

Seit November vergangenen Jahres macht Moderator Olli Sachse aus Brodersby Hunde, Katzen und andere Tiere zum Thema seines Kanals

Was haben US-Rapper "Snoop Dogg", die amerikanische "Band of Horses" und - wenn auch auf makabere Art und Weise - "Fury in the Slaugtherhouse", die frühere Band der in Angeln lebenden Brüder Wingenfelder, gemein? Richtig, in ihren Namen verstecken sich Tierbezeichnungen. Damit wären sie eigentlich prädestiniert für das neue Internet-Radio von Olli Sachse. Seit dem 1. November vergangenen Jahres sendet der 39-Jährige 24 Stunden am Tag aus seinem kleinen Dachstudio in Brodersby das Haustier-Radio - "der Sender für alle Tierfreunde", so der Slogan.

Aber nein: "Bei uns gibt’s nur Hunde- und Katzengejaul", sagt der 39-jährige frühere DJ, verdreht die Augen und lacht. "Nein, natürlich nicht." Da würden sicherlich auch seine drei Hunde - Golden Retriever "Scott" (9), Zwergdackel "Paul" (4) und Podenco "Tula" (1) -, die regelmäßig im Heimstudio dabei sind, nicht mitmachen. Die drei lungern seelenruhig im Hintergrund herum, während ihr Herrchen vor den Bildschirmen sitzt, die Beiträge produziert und die Regler des Mischpultes hochschiebt.

Was tun, wenn die trächtige Hündin Durchfall hat, wie transportiert man eine Katze im Auto und kann man sich in Deutschland eigentlich Piranhas halten - und wenn ja, wie? Beim Haustier-Radio gibt es schnelle und fachkundige Antworten auf Fragen rund um Tierhaltung, Tiergesundheit, -erziehung und -pflege. Egal ob Pferd, Hund, Katze oder Vogel - Tiere aller Art hat Sachse zum Thema des Internet-Senders gemacht. Was ihm dabei wichtig ist: "Ich stelle immer nur die Fragen", die Antworten geben die Experten. So kooperiert er unter anderem mit dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe, der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" und dem Windebyer Tierarzt Bernd Nickoleit, der jeden Abend im Haustier-Radio fachkundig auf Fragen der Hörer antwortet.

Neben Service- und kuriosen Themen wie den Rezept-Tipps von Papagei "Gourmetkoch Paule" für Papageien beschäftigen sich die Radiomacher um Sachse auch mit kritischen Themen wie der organisierten Ausrottung von Straßenhunden in der Ukraine als Vorbereitung auf die Fußball-Europameisterschaft. "Wir berichten auch über Zirkustiere, natürlich nicht unbedingt positiv, aber wir versuchen, jedem eine Plattform zu geben. Es gibt meistens mehr als nur eine Wahrheit", sagt Sachse und fügt hinzu: "Wir sind ein Sender für Tierfreunde, aber kein reiner Sender für Tierschutz, auch wenn er natürlich eine wichtige Rolle spielt." Schon alleine, dass er Hundehalter sei, schließe jedoch aus, dass er militanter Tierschützer ist, so Sachse.

Was zählt, ist die Liebe zu den Tieren, und die teilt der Brodersbyer nicht nur mit den 15 freien Mitarbeitern, die Beiträge für das Haustier-Radio beisteuern, sondern auch mit rund 25 Millionen Tierhaltern in Deutschland, wie er berichtet. Bereits jetzt verzeichnet der Sender laut Sachse 60 000 bis 100 000 Streamclicks pro Monat. "Die Zielgruppe und die Bandbreite ist so groß", sagt der Moderator "die Themen werden uns in den nächsten hundert Jahren nicht ausgehen". Berichte über Messen, Produkttests, Interviews mit Prominenten, Literaturtipps, Nachrichten, Reportagen und Musik runden das Programm ab.

Sachse ist kein Neuling auf dem Gebiet des Inforadios mit spezieller Zielgruppe. Das Haustier-Radio ist bereits sein zweiter Internet-Sender. Für sein Erstlingswerk, den Feuerwehrkanal "Radio 112", hat der Brodersbyer 2010 bereits den Bundesförderpreis "Helfende Hand" erhalten. Den Sender für Feuerwehr und Rettungsdienste startete er am 1. März 2009.

Ein Problem, den Themenspagat zwischen den beiden Sendern unter einen Hut zu bekommen, sieht Sachse dabei nicht. "Das Haustier-Radio macht mir besonders viel Spaß, weil ich selber drei Hunde habe und so täglich Neues über den Umgang mit ihnen und ihre Erziehung erfahre, und Radio 112, weil ich da supernette neue Menschen kennenlerne, die für ihr Hobby Feuer und Flamme sind", sagt Sachse, der auch noch Ideen für weitere Formate hätte. "Technisch sind da keine Grenzen gesetzt. Wir können 100 Sender gleichzeitig machen", sagt der Brodersbyer. Was ihm dabei genau vorschwebt, "das bleibt vorerst jedoch ein Geheimnis".

www.haustier-radio.de