Ein Artikel der Redaktion

Sörup Ein breites Netz ambulanter Pflege

Von ami | 24.09.2012, 07:51 Uhr

"Tag der Diakonie-Sozialstation" wurde gestern in Sörup gefeiert / 160 Menschen in Ostangeln werden derzeit von 45 Mitarbeitern ambulant betreut

"Kirche geht nicht ohne helfende Hände." Dass in diesen Worten Wahrheit steckt, wurde auch gestern wieder einmal deutlich. Denn viele dieser helfenden Hände waren zum "Tag der Diakonie-Sozialstation Gelting-Sörup-Steinbergkirche" in Sörup gekommen, um sich und ihre Arbeit zu präsentieren, um den vielen Besuchern zu zeigen, inwiefern die Pflege im häuslichen Bereich möglich ist und wie sie durch unterschiedliche Hilfsmittel erleichtert werden kann. In Ostangeln, den Gemeinden im Amt Geltinger Bucht und in Sörup, sind Mitarbeiterinnen der Sozialstation täglich, am Tag und in der Nacht im Einsatz, um Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, ambulant zu versorgen.

16 000 Menschen leben in diesem Einzugsbereich. Davon werden derzeit 160 Menschen von 45 Mitarbeitern der Sozialstation ambulant, das heißt in der häuslichen Umgebung, betreut. Die stationäre Heimunterbringung so lange wie möglich hinauszuzögern oder sogar ganz zu verhindern, sei ein Ziel der umfassenden ambulanten Hilfe, erläuterte Birgit Beyer, leitende Mitarbeiterin der Sozialstation. Umfassende Hilfe heiße, dort zu sein, wo Menschen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr alle Verrichtungen des täglichen Lebens alleine ausführen können. Es bedeute auch, schnell Hilfe anbieten zu können, denn Krankheiten kündigten sich nicht immer rechtzeitig an. Dann müsse in wenigen Stunden Hilfe organisiert werden, für den Betroffenen, aber auch für die Familie. Ambulante Hilfe heiße auch, so Beyer, "Familienangehörige bei der Pflege von Angehörigen zu entlasten".

Probst Helgo Jacobs erinnerte an den barmherzigen Samariter. Organisierte Hilfe sei kein Produkt der Neuzeit, denn bereits seit 1836 gebe es die organisierte christliche Gemeindepflege. Bürgermeister Friedrich Martens erinnerte an die Gemeindeschwester, die seit 1912 in die Söruper Häuser kam. Durch die Einführung der Pflegeversicherung seien organisatorische Veränderungen notwendig gewesen, die 2011 in der Gründung einer gemeinnützigen GmbH, der "Diakonie-Sozialstation Gelting-Sörup-Steinbergkirche gGmbH " mit Sitz in Gelting, mündeten. In Sörup gibt es eine Außenstelle.

Diakonische Arbeit stehe hier jedoch nicht nur für ein Pflegeangebot nach den gesetzlichen Richtlinien. Denn hier komme der viel gerühmte "diakonische Mehrwert" zum Tragen, der von den sieben Kirchen- und 16 politischen Gemeinden sowie der Diakonie getragen werde. Das betonte der ehrenamtliche Geschäftsführer Lorenz Jacobsen. "Mehrwert" bedeute, mehr Zeit zu haben für die Menschen in besonderen Situationen, wie der Sterbebegleitung und Trauerarbeit. Mehrwert heiße aber auch, "Angebote zu machen, damit die Betroffenen ihre Mobilität behalten, weiter in ihrer häuslichen Umgebung leben können". Die Diakonie-Sozialstation habe für bestimmte Krankheitsbilder Schwerpunkte gebildet. "Dazu gehört die Betreuung an Demenz Erkrankter durch besonders ausgebildete Mitarbeiter und die spezielle ambulante Palliativersorgung Schwerstkranker", so Jacobsen.

Bei sonnigem Wetter gab es auf dem Gelände der Kirchengemeinde gestern viel Zeit für Gespräche, aber auch, um sich an den zahlreichen Ständen über die breite Palette der technischen Hilfsmittel und Angebote zu informieren.