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Flensburg Das Geheimnis hinter dem Naschi-Automaten an der Bushaltestelle im Alten Kupfermühlenweg

Von Ove Jensen | 10.08.2022, 14:21 Uhr

Seit zwei Monaten steht ein Süßigkeitenautomat an der Bushaltestelle Alter Kupfermühlenweg. Swantje und Andreas Munk verraten, warum sie ihn aufgestellt haben und was sich am besten verkauft.

Das Gerät sorgt für heiße Debatten: Seit acht Wochen steht ein Automat mit Süßigkeiten und Getränken direkt an der Bushaltestelle Alter Kupfermühlenweg. Ist das endgültige K.o. für die Flensburger Kiosk-Kultur, wie einige Kritiker in den sozialen Netzwerken meinen? Oder eine willkommene Ergänzung des Angebots im Norden der Stadt?

Hinter dem Automaten jedenfalls steht kein großer Konzern, sondern ein junges Ehepaar aus Sörup. Wir haben uns mit Swantje und Andreas Munk am Automaten getroffen. Beide sind 34 Jahre alt und haben einen sechsjährigen Sohn. Andreas ist im Hauptberuf Maler und Lackierer, Swantje ist Erzieherin.

Ihnen gehört das Mehrfamilienhaus, auf dessen Grundstück sich der Automat befindet.

„Wir wollten das einfach mal ausprobieren“, sagt Andreas Munk. Der Kiosk um die Ecke hatte kurz zuvor dicht gemacht.

Und damit der Aufwand sich lohnt, haben die Munks gleich drei Automaten angeschafft. Ein weiterer steht vor ihrem Wohnhaus in Sörup, der dritte an der Alten Dorfstraße in Sterup.

Den meisten Umsatz bringt dabei übrigens der Automat in Sörup. „Der steht nicht weit weg vom Bahnhof, und am späteren Abend hat im Dorf sonst nichts mehr geöffnet“, sagt Andreas Munk.

Aber auch das Gerät in Flensburg ist seit dem 10. Juni schon 800 Mal benutzt worden. Über eine App können die Munks genau verfolgen, zu welchem Zeitpunkt welches Produkt aus dem Automaten flutscht. Nach ihrer Beobachtung gehen die wenigsten Käufe auf das Konto von Fahrgästen, die an der Haltestelle warten. Hier kommt ohnehin nur alle 30 Minuten die Linie 2 vorbei.

Vor den Sommerferien machten offenbar Kinder auf dem Weg zur oder von der Schule einen großen Teil der Kundschaft aus. In der Nähe befinden sich mit der Cornelius-Hansen-Skole und der Schule Ramsharde zwei Grundschulen. In den letzten Wochen waren es vermehrt Strandgänger, die auf ihrem Weg zum Ostseebad am Automaten vorbeikamen.

In der Anschaffung hat der wetterfeste und Vandalismus-gesicherte Automat 12.000 Euro gekostet. Die Lebensdauer wird mit acht bis zehn Jahren angegeben. Nach dieser Zeit muss sich die Investition gelohnt haben. Zweimal in der Woche wird die Ware ausgetauscht.

Hier kaufen die Munks ihre Ware

Ihre Ware bestellen die Munks bei Supermärken wie Edeka oder Citti. „Wir gucken immer, was im Angebot ist“, sagt Swantje Munk. Für den Großhandel sind die Mengen, die sie für ihre drei Automaten benötigen, zu klein. Die Preise am Automaten, betonen die Betreiber, seien vergleichbar mit den Preisen an der Tankstelle. Einen Snickers oder eine Capri-Sonne gibt es für 80 Cent. Das sind zugleich die meistverkauften Produkte.

„Gesunde Sachen funktionieren leider nicht“, sagt Andreas Munk. Am Anfang gab es im Automaten auch Müsliriegel. „Aber die hat keiner gekauft.“

Was hingegen ganz gut läuft, ist ein Produkt, das ganz unauffällig oben links über der Bifi im Automaten liegt: eine Schachtel Kondome für fünf Euro.

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