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Lokales

20. August 2017 | 02:41 Uhr

Familiendrama: Sohn in Psychiatrie

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bundespolizei nimmt 29-jährigen Verdächtigen mit falscher Fahrkarte in Berlin fest / Ermittler machen keine Angabe zum Tod von 51-jähriger Wedelerin

Sauber geschnittener Rasen, zur Straße hin begrenzt blauer Flieder das Grundstück an der Rudolf-Breitscheid-Straße in Wedel. Doch mit der Idylle, die das Einfamilienhaus nach außen hin ausstrahlt, war es schon seit Längerem vorbei. Immer wieder soll Güney A. (29), der nicht mehr zuhause gewohnt haben soll, seine Eltern terrorisiert haben. Kripo-Sprecherin Merle Neufeld bestätigte gestern Aussagen von Nachbarn, dass die Polizei häufiger eingreifen musste. Am Sonnabend scheint sich die Situation extrem zugespitzt zu haben. Der 29-Jährige steht in Verdacht, seine 51 Jahre alte Mutter getötet zu haben (diese Zeitung berichtete).

Was genau in dem Einfamilienhaus am Sonnabend geschah, dazu hüllt sich die Mordkommission in Schweigen. Neufeld sagte nur: „Die Leiche wies massive Gewalteinwirkungen auf.“ Zwar sei die rechtsmedizinische Untersuchung der Leiche abgeschlossen. Aus ermittlungstaktischen Gründen würden Ergebnisse derzeit allerdings nicht bekannt gegeben, so Neufeld.

Gegen 16 Uhr hatten Wedeler Polizisten die tote Frau in ihrem Haus entdeckt. Nachbarn hatten die Beamten alarmiert, weil besorgte Verwandte sich vor dem Haus versammelt und lautstark das Öffnen der Tür gefordert hatten.

Schnell stand für die Mordkommission Güney A. als Tatverdächtiger fest. Sie fahndete bundesweit ab 18.30 Uhr nach dem geflüchteten Sohn. Bereits um 19.30 Uhr nahmen Beamte der Bundespolizei den 29-Jährigen auf dem Hauptbahnhof in Berlin fest. Güney A. war einem Schaffner im ICE 1708 von Leipzig nach Berlin aufgefallen. „Er hatte die falsche Fahrkarte dabei“, sagte Neufeld im Gespräch mit dieser Zeitung.

Wegen Schwarzfahrens wurde Güney A. in Berlin der Bundespolizei übergeben. Die Beamten nahmen ihn zur Feststellung seiner Personalien mit zur Dienststelle. Eine Überprüfung ergab die aktuelle Fahndung. Güney A. hat sich laut Bundespolizei widerstandslos festnehmen lassen und wurde anschließend in den Zentralgewahrsam der Polizei zum Tempelhofer Damm gebracht. Mittlerweile befindet sich der Tatverdächtige in einer Psychiatrie. Der Beschluss sei dem 29-Jährigen von einem Haftrichter in Berlin verkündet worden, sagte der Itzehoer Oberstaatsanwalt Dietmar Pickert gestern. Das Unterbringungsverfahren werde später vor dem Landgericht Itzehoe verhandelt.

Güney A. gilt als psychisch krank. Nachbarn berichteten, dass der 29-Jährige selbst vor einigen Jahren Opfer eines Verbrechens gewesen sein soll. Seit er brutal zusammengeschlagen worden sein soll, habe er sich in psychiatrischer Behandlung befunden. Diese sei erst vor kurzem beendet worden, heißt es. Kriposprecherin Neufeld wollte diese Gerüchte gestern nicht bestätigen.

Güney A. hat laut Neufeld bislang noch nicht ausgesagt. „Das ist aufgrund seiner psychischen Situation derzeit nicht möglich“, sagte sie. Ein Termin für seine Überführung nach Schleswig-Holstein steht bislang nicht fest.

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erstellt am 06.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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