Herzogtum Lauenburg : Explosion in Schwarzenbek: Kioskbrand zerstört Wohnhaus

Die Explosion hat das Wohn- und Geshcäftshaus im Stadtzentrum zerstört.

Die Explosion hat das Wohn- und Geshcäftshaus im Stadtzentrum zerstört.

Die Polizei will sich zur Brandursache nicht äußern. Der aktuelle Betreiber des Kiosks geht von Brandstiftung aus.

shz.de von
11. August 2018, 09:12 Uhr

Schwarzenbek | Eine Explosion mit folgendem Großbrand hat in der Nacht zum Sonnabend ein Wohn- und Geschäftshaus an der Hamburger Straße, Ecke Feldstraße, im Stadtzentrum von Schwarzenbek (Kreis Herzogtum Lauenburg) zerstört. Meterhohe Flammen schlugen beim Eintreffen der Feuerwehr aus dem Erdgeschoss, in dem ein Kiosk und ein Schnellrestaurant untergebracht waren. Die fünf Bewohner aus einer Wohnung im ersten Obergeschoss hatten sich bereits leicht verletzt selbst ins Freie gerettet. Feuerwehrleute retteten eine Katze aus der Wohnung.

In der Vergangenheit brannte es mehrmals im Stadtzentrum. Brandstiftung wird in diesem Fall nicht ausgeschlossen.
Timo Jann

In der Vergangenheit brannte es mehrmals im Stadtzentrum. Brandstiftung wird in diesem Fall nicht ausgeschlossen.

 

„Wir wurden um 22.02 Uhr bereits mit dem Stichwort einer Explosion im Gebäude alarmiert und fanden dann vor Ort bei unserem Eintreffen auch ein riesiges Trümmerfeld vor“, erklärte Feuerwehrchef Thorsten Bettin. Fassadenteile waren rausgesprengt, Scherben und Trümmer lagen bis in die Gülzower Straße hinein im weiten Umkreis verteilt. Die Polizei sperrte den Einsatzort weiträumig ab. Zeitweise herrschte auch im weiteren Einsatzverlauf noch Explosionsgefahr, weil im Gebäude Gas ausströmte. Bettin: „Das mussten wir zunächst kontrolliert abbrennen lassen, ehe wir den Gasanschluss gefunden und abgedreht hatten.“ Der Gashahn befand sich in einer verschlossenen Kfz-Grube, das Gebäude war früher eine Werkstatt. „Der Zugang zur Grube, die quasi einen Keller bildete war schwer zu finden, dort lag überall Brandschutt drauf“, sagte Jan Piossek, Zugführer der Feuerwehr.

Mit sechs Strahlrohren bekämpften Feuerwehrleute den ausgedehnten Brand im Erdgeschoss. Die Polizei war mit einem Großaufgebot am Einsatzort, da es zeitweise Tumulte unter Betroffenen und anderen Menschen an den Absperrungen gab.

„Hevi's Schnellrestaurant“ und „Hevi's Kiosk“, die sich im Erdgeschoss des Hauses befanden, brannten völlig aus. Passanten berichteten, dass es im Mai eine handfeste Auseinandersetzung zwischen dem aktuellen Betreiber und dem früheren Betreiber des Lokals gegeben haben soll. Der aktuelle Betreiber war angeblich vom Vorgänger mit einem Besenstil attackiert worden, hieß es. „Wer macht denn so etwas, da waren oben doch noch Menschen drin“, sagte Gastwirt Orlen A. am Einsatzort. Er geht von Bandstiftung aus.

Die Polizei wollte sich zur Brandursache nicht äußern, noch während der Löscharbeiten nahm die Kriminalpolizei vor Ort ihre Ermittlungen auf. Die Schadenshöhe war zunächst noch unklar, das Gebäude dürfte wegen massiver Schäden durch die Explosion allerdings abbruchreif sein.

Die Bundesstraße 207 im Zuge der Ortsdurchfahrt Schwarzenbek war aufgrund des Einsatzes stundenlang voll gesperrt.

Der Einsatzort an der Hamburger Straße birgt eine gewisse Brisanz: Genau gegenüber waren ein China-Restaurant und ein Blumengeschäft ausgebrannt, 200 Meter weiter eine Autowerkstatt. Alle vier Großbrände an der Hamburger Straße ereigneten sich innerhalb von nur 15 Monaten. Außerdem beschäftigt die Ermittler eine seit zwei Jahren dauernde Reihe von Brandstiftungen vor allem an geparkten Autos in der Stadt.

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